ERDGAS-PIPELINE

NordStream-Gipfel – Schwesig warnt vor zweitem Lockdown

Corona ist längst nicht die einzige Großbaustelle für Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD). Eine andere verläuft durch die Ostsee bis nach Lubmin. Doch die Infektionszahlen bestimmen auch dort die Diskussionen.
Mit dem parlamentarischen Staatssekretär für Vorpommern, Patrick Dahlemann besuchte Manuela Schwesig (beide SPD) das
Mit dem parlamentarischen Staatssekretär für Vorpommern, Patrick Dahlemann besuchte Manuela Schwesig (beide SPD) das physische Ende der Nord Stream 2 Leitung. Philipp Schulz
In einer Halle des Industriehafens Lubmin sprach Manuela Schwesig (SPD) mit Unternehmern am Standort und hörte sich deren
In einer Halle des Industriehafens Lubmin sprach Manuela Schwesig (SPD) mit Unternehmern am Standort und hörte sich deren Sorgen und Fragen an. Philipp Schulz
Lubmin ·

Vom politischen Berlin zum Industriestandort Lubmin. Zwischen diesen Welten bewegt sich aktuell der Alltag von Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD). Und am Greifswalder Bodden vereinen sich ihre aktuell wohl dringlichsten Sorgen. In Lubmin besuchte sie die Stelle, an der die Erdgas-Pipeline Nord Stream 2 auf Land trifft. Die Gasleitung, die Deutschland und Europa mit mehr russischem Gas versorgen soll. In Lubmin traf sich die Ministerpräsidentin aber auch mit Vertretern des Wirtschaftsstandortes, der sich rund um den Industriehafen gebildet hat.

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Klares Bekenntnis zum russischen Gas

„Alle sprechen immer von der Verlässlichkeit Russlands. Ich finde, es wird Zeit, dass auch wir verlässlich sind.” Schwesigs Bekenntnis kam wenig überraschend, tat den Unternehmern vor Ort, gerade den Mitarbeitern von Nord Stream 2 jedoch sichtlich gut. Die Ministerpräsidentin machte sich selbst ein Bild von der Stelle, an der die Ostsee-Leitung physisch und formal endet und zu der Landleitung Eugal wird, die bis Sachsen und dann auch weiter nach Tschechien führt. Sie brachte aber auch politische Rückendeckung mit.

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„US-Amerikanische Energieinteressen sind legitim. Drohungen und Sanktionen sind jedoch kein fairer Wettbewerb, so benimmt man sich nicht unter befreundeten Nationen”, rügte Schwesig die USA, die schon seit Ende 2019 gegen die Gasleitung mobil machen. Vor fast einem Jahr wurde der vorletzte Pipeline-Abschnitt in der Ostsee verlegt, rund 160 Kilometer fehlen noch und sollen bald fertig werden. Dann könnte bald das russische Gas im vorpommerschen Lubmin anlaufen. Hier wird es, nach Schwesigs Aussagen in den kommenden Jahren dringend für eine gelingende und nachhaltige Energiewende benötigt.

Einen zweiten Lockdown schafft das Land nicht

Solch einen Rückhalt, den die Ministerpräsidentin und ihre SPD-Entourage – bestehend aus Energieminister Christian Pegel, Staatssekretär Patrick Dahlemann und Bundestagsmitglied Frank Junge – Nord Stream geben, wünschten sich auch die anwesenden Unternehmer. Mit ihnen kam Schwesig ins Gespräch. Wenig überraschend war Corona, dessen wirtschaftliche Folgen und die Angst vor einem zweiten Lockdown Thema Nummer 1. Dabei gab es durchaus Lob für die harte Linie der Ministerpräsidentin, die sie nur einen Tag zuvor im Spitzentreffen mit den anderen Landeschefs und Kanzlerin Merkel gezeigt hatte.

An dieser Linie wolle sie auch festhalten: „Noch einen Lockdown hält unsere Wirtschaft nicht aus.” Der müsse durch harte Schutz-Maßnahmen gegen die Ausbreitung des Virus verhindert werden, machte Schwesig unmissverständlich klar.

Kritik an anderen Bundesländern

Entsprechend hart war auch ihr Urteil zu einigen der anderen Landeschefs. „Ich verstehe einfach nicht, wieso gerade in den Bundesländern mit den meisten Hotspots immer noch nicht die Bereitschaft gab, etwas zusammen zu regeln.” Sie selbst wolle auch in Zukunft nicht von der aktuellen harten Linie abrücken, weil sich diese durchgesetzt habe.

 

 

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