:

Rechte Parolen auf Plakaten

Zerstörte Wahplakate
Diese Palakte rissen die Täter von den Laternenmasten, an denen sie befestigt waren.
zVg

Von wegen friedlicher Wahlkampf: In Greifswald haben Schmierfinken Wahlplakate aller demokratischen Parteien verunstaltet und zerstört. Es ist schon der zweite Vorfall binnen weniger Tage.

Eigentlich sollte man meinen, es sei schon Provokation genug, dass die Nazis ihre braunen Parolen ungeschoren auf ihre Wahlplakate schreiben dürfen. Doch einigen von ihnen scheint das nicht zu reichen: In der Kreisstadt sind im großen Stil Wahlplakate von SPD, CDU, Linker, Grünen und Piraten mit staatsfeindlichen Parolen beschmiert und zum Teil zerstört worden.

Es ist schon der zweite Vorfall binnen weniger Tage: Vergangene Woche hatten Unbekannte in Anklam im großen Stil Wahlplakate zerstört. Die Vorfälle in Greifswald haben nun das Bündnis "Greifswald Nazifrei" auf den Plan gerufen. Der Zusammenschluss hatte sich vor einigen Jahren gegen NPD-Aufmärsche in der Stadt gebildet.

Nun teilt das Bündnis mit: Die Plakatzerstörer wurden beobachtet, es handle dabei sich um stadtbekannte Nazis. Diese Vermutung konnte am Montag zwar noch nicht von der Polizei bestätigt werden. Die Pressesprecherin des Bündnisses teilte allerdings mit: "Plakate aller konkurrierenden Parteien abzureißen und zu beschmieren, sodass einzig ihre Plakate hängenblieben - wieder einmal haben die NPD bzw. ihr Anhang bewiesen, wie undemokratisch sie sind!"

Die Plakat-Zerstörung in Greifswald war übrigens nicht der einzige kriminelle Vorfall in der Nacht zum Montag: Wie die Polizei mitteilte, zündeten Wüstlinge im Stadtteil Schönwalde einen Rotlicht-Blitzer an. Sie wickelten dazu einen Gummireifen um das Gerät, das durch das Feuer vollständig zerstört wurde. Die Täter konnten die Kriminalbeamten nocht nicht ermitteln.