BASS UND ZUCKERWATTE

Technoparade zieht durch Greifswald

Eine Art Mini-Loveparade gab's jetzt in Greifswald: Rund 100 Anhänger des Clubs "RoSa" demonstrierten mit lauter Techno-Musik für den Erhalt ihres Clubs.
Während der Zwischenkundgebung am Marktplatz.
Während der Zwischenkundgebung am Marktplatz. Simon Voigt
Die Straßen mussten für die Umzug kurzzeitig gesperrt werden: Sie wie hier an der Bahnhofstraße Ecke Gützkower Straße
Die Straßen mussten für die Umzug kurzzeitig gesperrt werden: Sie wie hier an der Bahnhofstraße Ecke Gützkower Straße Simon Voigt
"Raven, wo andere Urlaub machen" bezieht sich auf den beliebten Werbespruch "Studieren, wo andere Urlaub machen."
"Raven, wo andere Urlaub machen" bezieht sich auf den beliebten Werbespruch "Studieren, wo andere Urlaub machen." Simon Voigt
Der Umzug endete am Museumshafen, gegen 21 Uhr war die Veranstaltung vorbei.
Der Umzug endete am Museumshafen, gegen 21 Uhr war die Veranstaltung vorbei. Simon Voigt
Greifswald.

Als vor 25 Jahren die erste Loveparade stattfand, versammelten sich etwa 150 Personen am Berliner Kurfürstendamm und tanzten bei lauter Techno-Musik zu dem Motto „Friede, Freude, Eierkuchen". Nun hat diese Protestform auch Vorpommern erreicht. Ein mit mehreren Lautsprechern und einer Zuckerwattemaschine beladener LKW rollte durch die Straßen, zeitweise etwa 100 Teilnehmer begleiteten ihn und sie forderten: „Studentische Kultur erhalten – RoSa bleibt!"

Die Parade zog etwa drei Stunden lang unüberhörbar rund um die die Innenstadt und endete nach einer zwischenzeitlichen Kundgebung auf dem Marktplatz am Museumshafen. Dort ging die Party bis in die Abendstunden weiter. Die Polizei begleitete den Umzug mit mehreren Einsatzwagen und unterbrach an vielen Stellen kurzzeitig den Verkehr.

Eigentümer hat vorzeitig gekündigt

Die RoSa WG ist ein Club, der im Februar in einem ehemaligen Callcenter in der Bahnhofstraße eröffnete. In dem vorwiegend durch Studenten betriebenen und besuchten Lokal läuft elektronische Musik, aufgelegt von örtlichen Künstlern, oft sind aber auch bekannte Namen aus der DJ-Szene dabei. Andere Clubs in Greifswald leisten das nicht, aus diesem Grund forderten die Protestler, diese Vielfalt zu erhalten.

Das Projekt ist allerdings eine Zwischennutzung, denn das Gebäude ist Teil des Areals rund um die ehemaligen KAW-Hallen am Bahnhof, die nach den Vorstellungen des Inhabers Dieter Rex zu einem Einkaufszentrum umgebaut werden sollen. Händler aus der Innenstadt kritisieren dies scharf und haben sich zu einer Bürgerinitiative zusammengeschlossen, die sich zum Ziel gesetzt hat, dieses Vorhaben zu verhindern.

Der Club ist in dem Streit unwillentlich zwischen die Fronten geraten. Entgegen anders lautender Absprachen, so berichtet es der Betreiber Murat Demirkaya, erhielten sie im Juni plötzlich die Kündigung. Ursprünglich habe man sich darauf verständigt, bis Baubeginn das Gebäude nutzen zu können. „Wir können keinen Grund erkennen, nur das Rex von uns erwartet, dass wir uns von der Bürgerinitiative distanzieren", erklärte Demirkaya. „Wir haben aber nie dazu gehört", so der Student weiter, der dieses Vorgehen als „Winkelzug" des Eigentümers beschrieb, um die mutmaßlich in Ungnade gefallenen Mieter loszuwerden.

Doch die WG wehrt sich dagegen: Auch für diesen Monat habe sie die Miete überwiesen, denn sie wollen bleiben. Partys können aber derzeit nicht mehr stattfinden. Zum Ausklang der Demo ging es deshalb in das Jugendzentrum Klex.

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Kommentare (1)

Gut so! Solidarische Grüße aus NB!