Unsere Themenseiten

:

Große internationale Schlammschlacht

Bei den Motocrossläufen in den Müllerbergen ging es für die Starter im Rennen der Quads um Punkte zur Europameisterschaft in dieser Disziplin.

VonCarola VoigtDer vom MC Schwedt betriebene Aufwand lohnt sich. Trotz schwierigster Bedingungen können WM- und EM-Läufe stattfinden.Schwedt.Fast wäre die ...

VonCarola Voigt

Der vom MC Schwedt betriebene Aufwand lohnt sich. Trotz schwierigster Bedingungen können WM- und EM-Läufe stattfinden.

Schwedt.Fast wäre die seit vielen Monaten akribisch vorbereitete Motocross-Veranstaltung mit dem WM-Lauf der Seitenwagengespanne und EM-Lauf der Quads sprichwörtlich ins Wasser gefallen. Nach dem freien Training und dem Dauerregen am Sonnabend musste der Veranstalter MC Schwedt die für den Nachmittag angesetzten Qualifikationsläufe absagen. Die Strecke war nicht mehr befahrbar. Mitglieder des MC hatten sich später versammelt, um an mehreren Stellen das Wasser abzupumpen. Zuschauer trauten sich bei dem anhaltenden Regen nur spärlich an die Rennstrecke in den Müllerbergen bei Schwedt. Selbst am Abend wollte der Regen einfach nicht aufhören, aber die Partylaune konnte er den Leuten aus dem Fahrerlager nicht verderben. In großen Zelten sahen sie gemeinsam das Fußball-Champions-League-Finale und feierten ausgelassen. Brasilianische Tänzerinnen heizten mit ihrer Cocacobana-Samba-Show zusätzlich die gute Stimmung an.
Quasi über Nacht setzte der Veranstalter alle Hebel in Bewegung – besonders die der schweren Raupe – um die Strecke für die Wertungsläufe zu präparieren und „Gott sei Dank“ hörte es tags darauf endlich auf zu schütten. Darüber freuten sich auch ganz besonders die Streckenposten, die tags zuvor einen „elendigen“ Tag erlebten. Es wurde ein neuer Zeitplan erstellt. So fanden am Vormittag die Quali-Läufe statt und nachmittags ging es für die Seitenwagengespanne um WM-Punkte und für die 13 Quad-Fahrer um EM-Zähler, unter ihnen mit Maximilian Flemming ein Deutscher. Die Rennen in der offenen Klasse der Motorräder wurden jedoch abgesagt.
Bei den Seitenwagenrennen startete das Duo Thomas Morch/Stefan Nicke für dem MC Schwedt und fuhr seinen ersten WM-Punkt ein. Gewonnen hatten diesen dritten Lauf zur Weltmeisterschaft das Duo mit dem Niederländer Etienne Bax und dem Letten Kaspers Stupelis, welches auch schon am 18./19. Mai den Lauf in Chernivtsi in der Ukraine gewann. Etwa 3000 Zuschauer sahen am Sonntag in Schwedt doch noch spannende Rennen. Der Motorsportclub Schwedt und seine vielen Helfer ernteten viel Lob für das hervorragendes Engagement. Schon am 8. und 9. Juni gehen die Seitenwagengespanne erneut auf die Jagd nach WM-Punkten. Der vierte von 15 Läufen findet dann in Kramolin (Tschechische Republik) statt.
„Ich hab in der Nacht zum Sonntag keine Auge zugemacht“, sagte Eddy Schulz, Vorsitzender des MC Schwedt. „Zum einen war so viel zu tun, um die Starts am Sonntag zu ermöglichen. Zum anderen mache ich mir selber immer den größten Druck, dass alles funktioniert.“ Und das hat es. Die internationale Rennleitung, aber auch das Fahrerfeld hoffen auf ein Wiedersehen im nächsten Jahr. Die Strecke sei eine der besten.
Bleibt dem MC Schwedt nur zu wünschen, erneut das Mammutprogramm zu stemmen und ausreichend Sponsoren und Unterstützter zu finden. Eddy Schulz ist auf alle Fälle schon wieder in dieser Richtung aktiv.