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Architekt macht den Handwerkern Dampf

Eine Baustelle mit ihren vielen Gewerken ist für Laien schwer zu durchschauen. Ein Architekt weiß, welche Handwerker wie arbeiten müssen. Er kann auch Mängel fachmännisch einschätzen.
            Foto: Kai Remmers
Eine Baustelle mit ihren vielen Gewerken ist für Laien schwer zu durchschauen. Ein Architekt weiß, welche Handwerker wie arbeiten müssen. Er kann auch Mängel fachmännisch einschätzen. Foto: Kai Remmers

Der Hausbau ist teuer. Und der Bauherr spart gern, wo es nur geht. Dabei verzichten viele auf die Hilfe eines Architekten. Aber dieser entwirft nicht nur ein Gebäude, er achtet auch darauf, dass ohne Mängel gebaut wird – und Bauherren am Ende Geld sparen.

Ein Architekt ist teuer, meinen viele Bauherren. Sie verzichten deshalb auf die Leistungen dieses Berufsstandes. Doch mit diesem Vorurteil vergeben sie nicht nur die Möglichkeit, ihr Haus individuell und ideenreich zu gestalten. Sie verschenken unter Umständen auch viel Geld. Denn ein Architekt kann helfen, sparsam und effizient zu bauen.

„Bauen ist ein hochkomplexes Thema“, sagt Gertrudis Peters, Geschäftsführerin der Architektenkammer Thüringen in Erfurt. „Viele Menschen, die nur einmal im Leben damit konfrontiert werden, sind damit allein überfordert.“ Ein Architekt hilft dabei – vor allem direkt an der Baustelle, also lange nachdem er ein Gebäude am Reißbrett entworfen hat. Er kontrolliert die Handwerker und ihre Arbeit und schützt so vor Baumängeln.

Die Arbeit der Architekten besteht zum großen Teil aus recht bodenständigen Tätigkeiten: Sie holen Genehmigungen ein, planen den Bauablauf, betreuen die Ausschreibungen, berechnen die Kosten. „Damit können sie die Stellschrauben beim Bauablauf beeinflussen, wachen über Termine und Kosten“, zählt Peters auf. „Der Bauherr hat Kosten- und Planungssicherheit.“

Wer bauen will, sollte sich durchaus schon in einer frühen Phase an den Architekten wenden – zum Beispiel, bevor die Interessenten sich für ein Grundstück entscheiden. Denn der Fachmann kann einschätzen, ob sich die Vorstellungen des Bauherren an diesem Platz überhaupt umsetzen lassen. Er prüft Bebauungspläne und Rahmenbedingungen. Wenn etwas nicht passt, hilft er bei der Suche nach Alternativen.

Wer aber aus Kostengründen nicht den gesamten Bauablauf von einem Architekten betreuen lassen will oder kann, sollte wenigstens bei der Bauabnahme einen unabhängigen Sachverständigen hinzuziehen. „Das kostet nicht viel Geld, und der Bauherr ist auf der sicheren Seite, dass keine gravierenden Mängel übersehen werden“, betonen Experten. Die Bauabnahme eines schlüsselfertigen Hauses dauere ein bis anderthalb Stundenund koste dann 200 bis250 Euro.

Auch Bauherren, die kein selbst entworfenes Haus bauen, sondern es schlüsselfertig von einem Bauträger errichten lassen, sind gut beraten, zusätzlich einen eigenen Architekten einzuschalten. Zwar stecken in der Planung des Bauträgers Architektenleistungen. Doch es kommt nicht selten vor, dass die Interessen des Käufers ungenügend berücksichtigt wurden.Es ist es wichtig, ein Vertrauensverhältnis herzustellen. „Bauherren müssen dem Architekten genau sagen, was sie wünschen“, meint Gertrudis Peters.