Blütenpracht fürs nächste Jahr

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Dahlien richtig überwintern

Dahlien dürfen im Winter nicht draußen bleiben.
Dahlien dürfen im Winter nicht draußen bleiben.
Caroline Liebow

Sie blühen rot, gelb, pink, rosa, weiß oder auch lila: Dahlien erfreuen sich immer größerer Beliebtheit bei vielen Hobbygärtnern. Doch es gibt einiges zu beachten, um die Pflanze durch den Winter zu bringen. Eine Liebhaberin erklärt es.

Die letzte Ernte ist inzwischen aus dem Gemüsebeet, vertrocknete Pflanzenteile von Sommerstauden sind abgeschnitten, der Garten ist umgegraben – langsam aber sicher nähert sich der Winter mit großen Schritten. Doch beim Spaziergang entdeckt man hier und da noch ein paar leuchtende Farbtupfer am Gartenzaun: die Dahlien. Ein paar Tage blühen sie wohl noch, bis auch sie ihre Blüten verlieren. Zeit also für die alljährliche Winterruhe.

Denn: Dahlien sind keine winterharten Pflanzen. Wer sich also auch im nächsten Jahr wieder an den großen und kleinen, pinken oder gelben Blüten erfreuen möchte, muss jetzt einiges tun. So auch Diana Müller aus Luckow. Die 55-Jährige hat seit 1996 Dahlien in ihrem Garten. Und ihre Sortenvielfalt wird in jedem Jahr größer. „Ich tausche mit meiner Nachbarin, Freunden und Bekannten. So haben wir alle was davon“, sagt sie. Und jede geschenkte Sorte bekommt bei ihr dann den Namen der Spenderin. Dahlie Christa ist beispielsweise nach der Nachbarin benannt.

Jedes Jahr bekommen die Pflanzen bei ihr im Garten einen neuen Platz. Bei der Gestaltung der Beete überlässt sie aber fast nichts dem Zufall. Die Blumen sind nach Vasentauglichkeit und Farbe arrangiert. So finden sich in einer Ecke die hochwachsenden mit den großen Blüten und an einer anderen Stelle die kleinen kugelförmigen Balldahlien.

Kleine Schritte führen zum Blütenreichtum

Auf eine Sorte ist sie dabei besonders stolz: Eine Dahlie ihrer Mutter. Diese leuchtet im Beet in kräftigem Pink und zartem Rosa. „Das ist die älteste in meinem Garten. Die habe ich, seitdem wir hier wohnen, also schon seit 18 Jahren“, erinnert sich die Hobbygärtnerin mit einem Lächeln.

Damit sie sich aber auch im nächsten Jahr noch an der Blütenpracht erfreuen kann, liegt in jedem Herbst ein hartes Stück Arbeit vor ihr. Nach dem ersten Frost werden die fauligen, braunen Überreste der Knollenpflanzen bis an den Boden heran abgeschnitten. Anschließend gräbt die Hobbygärtnerin sie vorsichtig aus und hält sie kopfüber – damit das überschüssige Wasser hinauslaufen kann. „Ich lass dann alle Pflanzen einen Tag trocknen. Anschließend puste ich mit einem Kompressor Sand und Erde vorsichtig ab“, erklärt Diana Müller. Erst dann lagert sie die Sorten – zusammen mit einem Sortenschildchen und Informationen über Farbe und Wuchshöhe – frostfrei im Keller ein.

„Wir legen sie ganz einfach in Obststiegen. Im Winter dann ab und an lüften und im Frühjahr kommen sie wieder raus“, sagt die 55-Jährige. Durch ihre sorgfältige Beschilderung erlebt sie dann im nächsten Jahr zur Blüte auch nur selten Überraschungen. „Nur manchmal, wenn bei der Einlagerung irgendwo ein Teil abfällt, dann weiß ich nicht mehr, wo es hingehört“, erzählt sie lächelnd. Aber auch dafür hat die Dahlien-Liebhaberin einen Tipp. „Ich pflanze diese Teile dann einfach im Beet immer nach hinten, damit trotzdem irgendwie alles passt.“

Ansonsten lässt sie sich aber von ihrem Garten nicht das Leben bestimmen. Auch wenn sie zusammen mit ihrem Mann insgesamt 8000 Quadratmeter zu bewirtschaften hat.  „Wie die Natur es einrichtet, so lassen wir es zum Großteil auch. Wir mögen es rustikal-bodenständig, ohne künstliche Züchtungen und natürlich ohne Chemie“, erklärt sie. Neben verschiedenen Gemüsesorten, Bäumen, einem großen Teich und verschiedenen Stauden und Kräutern hat sie so insgesamt 25 verschiedene Dahlien in ihrem Garten. „Wir hatten mal mehr, haben dann aber entschieden, nur so viel zu machen, wie wir auch gut schaffen können.“ Und das hat einen entscheidenden Vorteil: So hat Diana Müller viel mehr Zeit, die Blütenpracht richtig zu genießen.