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Eine runde Sache

Beeren und andere kleinteilige Verzierungen kommen am besten zu kleinen Sträußchen gebunden an den Kranz. Fotos: Mascha Brichta
Beeren und andere kleinteilige Verzierungen kommen am besten zu kleinen Sträußchen gebunden an den Kranz. Fotos: Mascha Brichta
Mascha Brichta

Adventskränze vom Floristen können teuer sein. Es steckt auch viel Arbeit dahinter. Wer Geld sparen will, kann mit Zweigen sowie aus Früchten und Samen ein eigenes Gesteck anfertigen. Das Material gibt es fast kostenlos – denn das meiste kommt aus dem Garten.

Advent, Advent, ein Lichtlein brennt. Und das auf einem Adventskranz. Den muss man nicht unbedingt kaufen, sondern kann ihn mit wenig Aufwand selbst binden. Das Schöne daran ist: Man kann seine Größe, Form und die Dekoration darauf selbst bestimmen. Das Material kommt – bis auf wenige Ausnahmen – kostenlos aus dem Garten.

Der Kern eines jeden Adventskranzes ist ein ringförmiges Gerüst. Dies sorgt für eine stabile Form und gibt die Größe des Kranzes vor. „Für einen Adventskranz-Rohling eigenen sich frische, weiche, lange Ranken wie Hopfen, Efeu oder Wein, aber auch Hartriegelarten, Weide oder Birkenreisig sehr gut“, erläutert Brigitte Goss, Fachberaterin im Gartenamt des Landkreises Schweinfurt. Auch die Zweige von Apfelbäumen, Schlehen oder Ginster sowie hohe Gräser aller Art kommen infrage.

„Je länger und biegsamer die Triebe sind, umso leichter lassen sie sich formen“, erklärt Beate Walther, Fachbuchautorin und Floristmeisterin aus Rohr (Thüringen). Wer Sorge hat, dass sein Kranz eher oval als rund wird, kann eine Tortenform, einen Eimer oder auch eine Konservendose als Schablone benutzen. Darum einige Äste legen und mit Bindedraht zusammenbinden.

„Zum Abschneiden ist eine kleine Zange gut geeignet“, sagt Goss. „Floristen drehen den Draht einfach um sich selbst, bis er durchbricht.“ Alternativ gibt es in Bastelgeschäften vorgefertigte Ringe aus Stahl, Styropor oder Stroh. Dann kann man auch mit deutlich kürzeren grünen Zweigen arbeiten“, erklärt Beate Walther den Vorteil der Fertigrohlinge. „Außerdem können Deko-Elemente mit Stützdraht einfach reingesteckt werden.“

Ein Grundgerüst aus Zweigen kann hingegen schon als Kranz dienen und braucht nicht unbedingt einen Mantel aus weiteren Zweigen. Sonst kommt nun üblicherweise ein grünes Gewand um das runde Modell: „Unter den Nadelgehölzen sind Nordmanntanne und Scheinzypresse ideal“, sagt Fachberaterin Goss. Die Zweige der Fichte vertrocknen schnell, die der Blaufichte seien sehr stachelig. Auf die Douglasie würde Goss ganz verzichten. Sehr dekorativ sind hingegen auch die Zweige von zierlichen Laubgehölzen wie Buchs, Efeu, Spindelstrauch und Salbei.

Je kleiner der Kranz ist, umso kleiner müssen auch die Zweige sein. Sie kommen von außen nach innen an den Kranz – die größeren nach außen, die kleineren nach innen. „In der Floristik arbeiten wir gerne entgegen dem Uhrzeigersinn“, erläutert Dominique Ostheeren vom Fachverband Deutscher Floristen in Gelsenkirchen.

Zum Binden verwenden Kreative am besten grün ummantelten oder blau geglühten Wickeldraht. „Letzterer hat den Vorteil, dass er später auf dem Kompost gut verrottet“, sagt Fachbuchautorin Beate Walther. Ist eine Zweigschicht angebracht, kommt die nächste schuppenförmig darüber, sodass der Draht nicht mehr zu sehen ist. Je mehr Schichten aufgebracht werden, umso üppiger wirkt der Kranz.

Haarspray bringt Glanz auf Beeren und Blühten

Zur Dekoration findet beinahe alles Verwendung, was der Garten bietet. Nur bei Beeren ist ein wenig Vorsicht geboten: „Die meisten von ihnen sind ungenießbar oder gar giftig“, erläutert die Floristmeisterin Ostheeren.

Ganz einfach sind trockene Zapfen zu handhaben: Zwischen ihren Schuppen lässt sich eine Schlaufe aus Draht gut verstecken. Nüsse, Eicheln oder Kastanien werden entweder auf einen besonders dicken, kurzen Draht gespießt oder mit Heißkleber am Kranz fixiert.

Blüten von Hortensien, Samenstände von Zierlauch oder Rotem Sonnenhut, Beeren von Sand- oder Feuerdorn, Fruchtstände von Clematis und viele andere dekorative Gartenschätze sollten Bastler vorbehandeln. „Ein guter Weg ist, sie dann zu ernten, wenn sie im Garten am schönsten sind und im Schuppen kopfüber, auf einem Sieb oder auf Zeitungspapier zu trocknen“, erläutert Beate Walther.

Hübsch, aber wenig geeignet sind die Beeren von Liguster sowie große Hagebutten. Sie werden sehr schnell matschig. Den vorbereiteten Beeren und Co. gibt dünn aufgesprühtes Haarspray Glanz. Außerdem schützt es vor allzu raschem Verfall. Die Fruchtstände von Clematis oder andere Pflanzenteile, die auseinanderfallen könnten, bekommen so auch Halt, sagt Walther. Die grünen Zweige sollten allerdings nicht besprüht werden. „Sonst verklebt man die Spaltöffnungen, und das Grün duftet nicht mehr“, erklärt Ostheeren.

Beeren und andere kleinteilige Verzierungen kommen am besten zu kleinen Sträußchen gebunden an den Kranz. Aus Moos lassen sich weiche Kugeln formen und mit Dekorationsdraht oder Stroh umwickeln. Rindenstücke werden mit Zahnstocher oder Schaschlikspieße befestigt. Das gilt auch für frische Früchte wie kleine Zieräpfel. „Wenn man mit Draht hineinsticht, oxidieren sie leicht“, erklärt Walther. Sogar frisches Grün oder gar Blumen finden auf dem Adventskranz Platz. „Dafür werden kleine Reagenzgläser zwischen die Äste gesteckt“, verrät Ostheeren einen Trick der Floristen.

Die Krönung des Kranzes sind die Kerzen. Sie stehen am sichersten auf Kerzenhaltern, die mit einem langen Dorn in dem Kranz stecken.