Immobilien-Preise

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Häuser und Wohnungen werden auch in MV teurer

In Waren sind die Immobilienpreise dem Report zufolge innerhalb eines Jahres um mehr als 20 Prozent gestiegen.
In Waren sind die Immobilienpreise dem Report zufolge innerhalb eines Jahres um mehr als 20 Prozent gestiegen.
Jens Büttner

Wenn von steigenden Preisen für Immobilien die Rede ist, geht es oft um Großstädte. Doch auch auf dem Land werden Häuser und Wohnungen immer teurer. Steigen dadurch auch die Mieten?

Die Preise für Wohneigentum steigen von Jahr zu Jahr, und ein Ende ist nicht in Sicht. Dabei beschränken sich die hohen Kaufpreise längst nicht mehr nur auf größere Städte oder beliebte Ostsee-Gemeinden wie Graal-Müritz oder Kühlungsborn. Auch der ländliche Raum lockt immer mehr Kaufinteressenten. Wie drastisch die Entwicklungen offenbar sind, zeigt die aktuelle Studie des Immobilienportals Homeday, die dem Nordkurier vorliegt.

Besagter Report beruht auf der Auswertungen von 350 Datenquellen und mehr als 20 Millionen Immobilien-Angeboten, die mit knapp 150 Standortmerkmalen, wie etwa Verkehrsanbindungen oder Anzahl von Einkaufsmöglichkeiten, verrechnet werden. Als unangefochtenen Spitzenreiter in unserer Region ermittelt der Report Waren an der Müritz. Die Immobilienpreise sind dort binnen eines Jahres um knapp 20 beziehungsweise 25 Prozent gestiegen.

Quadratmeterpreis in Waren besonders hoch

In konkreten Zahlen macht das einen Quadratmeterpreis bei Häusern von 1553 Euro und bei Eigentumswohnungen von 1851 Euro. Dass die Preise in Waren so hoch sind, wissen auch ein Neubrandenburger und seine Partnerin zu berichten, die sich aktuell in der Müritz-Stadt nach einer Immobilie umschauen. „Uns wurde ein Haus für knapp 400. 000 Euro angeboten, das allerdings nicht den besten Eindruck machte“, so der 53-Jährige. Dort hätte man jedoch noch mindestens 200.000 Euro investieren müssen, um es auf Vordermann zu bringen, fügt er hinzu.

Doch nicht nur in Waren sind Immobilienpreise gestiegen. So weisen etwa Dargun (17,7 Prozent), Loitz (17,1 Prozent), Pasewalk (16,1 Prozent) und Ueckermünde (15,9 Prozent) ebenfalls deutliche Preissteigerungen zum Vorjahr auf, wenn auch die Quadratmeterpreise mit knapp 700 Euro noch recht moderat sind. Obwohl das Seebad Ueckermünde „nur“ Platz fünf in der Homeday-Liste belegt, müssen Interessenten dort mit einem Quadratmeterpreis von 1133 Euro für einen Hauskauf rechnen.

Woldegk oder Altentreptow wesentlich günstiger

Malchow oder etwa Neubrandenburg bewegen sich in einem ähnlichen Rahmen. Wesentlich günstiger sind die Preise indes in Woldegk oder Altentreptow, wo man 587 Euro beziehungsweise 535 Euro pro Quadratmeter auf den Tisch zu legen hat. In Bereich Eigentumswohnungen ergibt sich ein ähnliches Bild. Wenn auch Waren ebenfalls die Liste anführt, sind vielerorts Preissprünge von bis zu 15 Prozent zu beobachten, heißt es in dem Immobilienreport.

Den zweiten Platz belegt Neubrandenburg. Wer sich für eine Eigentumswohnung in der Kreisstadt interessiert, muss mit einem Preis von circa 1400 Euro rechnen – pro Quadratmeter. Doch auch in Burg Stargard oder in Penzlin bewegt man sich auf einem ähnlichen Preisniveau. Erfreulich für Käufer sind die Entwicklungen etwa im Boitzenburger Land oder in der Gemeinde Löcknitz, denn dort sind die Preise – im Vergleich zum Vorjahr – um bis zu vier Prozent gefallen.

Dauert der Immobilienboom an?

„Auch in den kommenden Wochen und Monaten muss vielerorts eher mit weiteren Preissteigerungen als mit einer Abkühlung des Immobilienmarktes gerechnet werden”, sagt Homeday-Gründer und Geschäftsführer Steffen Wicker. Es sei also wahrscheinlich, dass der Immobilienboom der vergangenen Jahre noch eine Weile andauern werde.

Kommt es bei Mietwohnungen auch zu Preissteigerungen? Ja und nein. Zwar sind auch die Mietpreise im Vergleich zum Vorjahr gestiegen, aber bei Weitem nicht so deutlich wie beim Wohneigentum. „Das Preisniveau für die Kaltmiete im Nordosten ist im gesamtdeutschen Maßstab mit 4,65 bis 6,40 Euro je Quadratmeter als sehr günstig einzustufen“, heißt es von Daniel Dodt, Pressesprecher von Homeday.

Waren auch bei Mieten Spitzenreiter

Auch bei der Höhe der Mieten steht Waren den Angaben zufolge in der Region an der Spitze. Mit ungefähr 6,40 Euro Kaltmiete pro Quadratmeter verzeichnet die Müritz-Stadt einen Anstieg von 3,2 Prozent. Zum Vergleich: Neustrelitz oder Anklam liegen bei circa 5,40 Euro. Wen es als Mieter jedoch in Küstennähe zieht, muss etwas tiefer in die Tasche greifen. So werden in Greifswald etwa 7,20 Euro und in Heringsdorf sogar 8,90 Euro Kaltmiete je Quadratmeter fällig, wie die Homeday-Zahlen offenbaren.

Am günstigsten kommt man in Eggesin oder Friedland unter. Im Schnitt werden dort Preise von knapp 4,70 Euro Kaltmiete für jeden Quadratmeter verlangt. Friedland ist indes laut Report die einzige Stadt, deren Preise gegenüber dem Sommer 2017 gefallen sind – nämlich um 0,4 Prozent. Abschließend heißt es vom Pressesprecher: „Insgesamt weist die Entwicklung der Mietpreise über mehrere Jahre hinweg eine sehr hohe preisliche Konstanz auf. Anzeichen für einen stärkeren Aufwärtstrend in naher Zukunft können wir nicht ausmachen.“