:

Handarbeit im Garten ersetzt Chemie

Die Raupen der Gespinstmotte überziehen Bäume mit watteartigen Netzen und fressen häufig ganze Büsche kahl.
Die Raupen der Gespinstmotte überziehen Bäume mit watteartigen Netzen und fressen häufig ganze Büsche kahl.
Nabu Bremen

Im heimischen Grün ist einiges los — doch nicht nur Stare, Schnecken und Mäuse finden Obstbäume und -sträucher spannend. Woran erkennt man Schädlinge? Was tun, wenn die Pflanzen befallen sind? Lisa Walter hat sich von Carolin Kröpelin, Pflanzenschutzberaterin vom Landesamt für Landwirtschaft, Lebensmittelsicherheit und Fischerei MV, beraten lassen.

Apfelmehltau

Apfelmehltau ist eine Pilzkrankheit. Ist der Apfelbaum erkrankt, ist an den Blättern ein weißer Pilz-Rasen sichtbar. Am besten werden die Blätter mit der Hand abgesammelt oder die betroffenen Triebe entfernt. Das gehe zurzeit noch sehr gut, da die Triebe noch elastisch seien. Im Herbst muss der Baum dann gut zurück geschnitten werden. Zum einen kann der Pilz so vollständig vom Baum entfernt werden, zum anderen wird der Baum durch den Schnitt durchlüftet.

 

Apfelwickler (Obstmade)

Die Apfelwickler, ein Schmetterling, fliegt zurzeit durch die heimischen Gärten. Seine Larven sind bekannt als Obstmaden. Diese fressen sich besonders gerne durch Fruchtfleisch. Bei einem kleinen Baumbestand lohnt es sich die Falter durch Pheromonfallen zu verwirren. Damit könne der Bestand der Apfelwickler zumindest minimiert werden.

 

Grauschimmel

Der Grauschimmel befällt vor allem Erdbeeren und Weintrauben. Wie der Name es sagt, verfärben sich die Früchte gräulich. Die erkrankten Beeren müssen abgepflückt werden. Wichtig: Die Beeren nicht im Garten, zum Beispiel auf dem Kompost entsorgen, sondern lieber im Hausmüll, damit der Schimmel ganz und gar vom Grundstück verschwindet.

 

Gespinstmotte im Apfelbaum

Die Gespinstmotte nistet sich zurzeit in die Bäume ein. An den Ästen sind scheinbar große Spinnennetze zu sehen, darin wohnen jedoch Raupen. Diese fressen Blätter und das so gerne, dass schnelles Eingreifen sich auszahlt. Die „Spinnennetze“ absammeln und entsorgen. Wer zu lange wartet, kann sonst womöglich dabei zu schauen, wie sein Baum kahlgefressen wird.

 

Generell gilt:

Alle hier vorgestellten Pflanzen-Krankheiten sind für den Menschen unbedenklich. Die Pflanzen kommen damit ganz gut zurecht, allerdings sind sie geschwächt. Umso stärker der Befall, desto gefährlicher wird es für die Bäume und Sträucher. Wer die Nützlinge in seinem Garten fördert, kann etwas für seine Pflanzen tun.