Unsere Themenseiten

Gartenarbeit

:

So wird die Obst- und Gemüseernte zum Erfolg

Von zu frühen Aussaaten rät Michael Hager, Inhaber der Gärtnerei in Bartow, ab.
Von zu frühen Aussaaten rät Michael Hager, Inhaber der Gärtnerei in Bartow, ab.
Henning Kaiser

Endlich geht es wieder in den Garten! Jetzt im Frühjahr stehen dort viele Arbeiten an. Mit unseren Tipps holen Sie das Beste aus Ihren Beeten.

„Im Märzen der Bauer die Rösslein einspannt…" Was in diesem Volkslied aus dem 19. Jahrhundert besungen wird, trifft noch heute und auch für alle Gärtner zu. Im Monat März beginnt die Frühjahrsbestellung. „Sobald der Boden frostfrei und etwas abgetrocknet ist, können die Beete vorbereitet und Ende des Monats die ersten Sämereien in die Erde gebracht werden“, sagt Michael Hager, Inhaber der Gärtnerei in Bartow (Mecklenburgische Seenplatte).

Von zu frühen Aussaaten rät er ab. Die Samen keimen im noch kalten Boden recht langsam. Es sei deshalb besser, mit der Aussaat zu warten. Die Keimlinge entwickeln sich dann umso schneller und sind weniger anfällig für Krankheiten im Saatbeet.

Entgegen dem Trend, die Gemüsebeete nicht umzugraben, ist der Gärtnermeister ein Verfechter der althergebrachten Methode. Er bringt im Herbst Mist in den Garten und gräbt den Boden um. So kann der Frost die Krumen zerkleinern. Im Frühjahr wird nur noch glattgeharkt und die Aussaat kann beginnen.

Möhren und Zwiebeln gehören zu den ersten Gemüsesorten

Zu den ersten Gemüsesorten gehören Möhren und Zwiebeln. Aber auch Pastinaken, Schwarzwurzeln, Spinat und Steckzwiebeln freuen sich, früh in die Erde zu kommen. Es folgen Schnittsalat, Rettich, Radieschen und Rucola. „Auch Petersilie können Sie jetzt aussäen, aber damit haben viele ein Problem. Die Samen brauchen sehr lange, um zu keimen und schon ein Tag Trockenheit reicht aus, dass die Saat nicht aufgeht“, erklärt Hager.

Deshalb gibt er folgenden Tipp: „Petersilie aussäen, wässern und einen Jutesack für sechs bis acht Wochen über die Reihen legen. Der hält die Feuchtigkeit konstant. Wenn die Samen keimen, den Jutesack entfernen.“

Auf der Fensterbank, im Frühbeet oder im Gewächshaus können seit Anfang März Kohlrabi, Blumenkohl, Porree, Sellerie, Gurken und Tomaten herangezogen werden. Der Handel bietet bald die ersten Gemüsepflanzen an. Aber Hager rät: „Wenn Sie keine Heizung im Gewächshaus haben, lieber noch nicht kaufen. Auch der April kann noch Fröste bringen.“

Obstbäume regelmäßig zurückschneiden

Damit Obstbäume reichlich Früchte tragen, sollte man sie regelmäßig zurückschneiden. „Äpfel und Birnen schneidet man von November bis Februar, wenn es frostfrei ist“, so der Gärtner. Auch ein Leim-Anstrich sei sinnvoll. „Bevor die ersten warmen Tage kommen, beginnen die Schädlinge, wie Frostspanner und Läuse, von unten nach oben zu krabbeln. Der Raupenleim soll sie dabei aufhalten“, erklärt Michael Hager. „Man erwischt zwar nie alle, aber es ist ein wirkungsvoller Schutz.“

Beerensträucher sind grundsätzlich nach der Ernte zu schneiden. Aber wenn die Äste zu dicht stehen, können sie noch ausgelichtet werden. Dabei die alten Triebe und solche, die auf den Boden hängen, entfernen.