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Vielfalt von Breakdance bis Müllhalde

Unterhaltung garantiert: Filme anzuschauen macht viel Spaß.
Foto: © fergregory - Fotolia.com

Was ist eigentlich ein Dokumentarfilm? „Ein Film mit Dokumentaraufnahmen, der Begebenheiten und Verhältnisse möglichst genau, den Tatsachen entsprechend zu schildern versucht“, so erklärt es die Duden-Redaktion. Wer es noch genauer wissen will, kann sich regelmäßig in Neubrandenburg selbst Dokumentarfilme ansehen. Immer im Oktober läuft hier das Dokumentarfilmfestival „dokumentART“. Auch speziell für Kinder und Jugendliche gibt es im Programm Filme. ZiSch- und KidZ-Projektschüler haben einige davon angesehen und ihnen als Filmkritiker selbst Gütesiegel verleihen.

Die Mittelstufenklassen der Kranichschule in Neubrandenburg haben den Film „Exercise“ gesehen. Darin erzählt Filmemacher Andrew Brand wie zwei neugierige Fuchskinder eine ungewöhnliche Möglichkeit entdecken, sich fit zu halten. Die Lehrerinnen Simone Gehlen und Grit Sprünken erzählen, wie der Streifen den jungen Leuten aus der Förderschule mit dem Schwerpunkt geistige Entwicklung gefallen hat:
Es wurde aufmerksam und teilweise herzhaft lachend zugeschaut. Anschließend konnten alle Kinder offen ihre Meinung äußern. Folgende Aussagen sind getroffen worden: Der Film ist lustig. Die Füchse waren niedlich. Es waren junge Füchse. Sie haben auf dem Trampolin miteinander gekämpft oder gespielt und sich dabei überschlagen. Einer kam nicht klar und ist  heruntergefallen. Das sah wie bei uns Kindern aus. Beim Schluss ist man überrascht. Warum ist das Trampolin kaputt? Waren das die Füchse? Wie lange haben sie darauf gespielt? Haben sie es kaputt gebissen?

Die Musik hat gut gepasst. Man konnte eine Flöte und ein Xylophon hören. Klanghölzer waren auch dabei. Die kennen wir auch. Die Musik klang so lustig, wie auch die Füchse sind. Die Töne springen hoch und runter wie sie.
Der Film hat einen Preis verdient. Er ist aber zu kurz. Es wäre gut, wenn er länger wäre. Eines der Kinder vergibt 10 von 10 Punkten; ein anderes eine „1“. Zwischendurch baten uns die Kinder immer wieder, den Film noch einmal abzuspielen. Einige erzählten auch, dass sie auch ein Trampolin im Garten haben und dass man in der Mitte durchschauen kann. Manches Trampolin ist auch schon etwas kaputt, weil es so lange draußen stand.

Man sieht also, dass der Film unsere Schüler direkt anspricht. Sie können sich sehr gut mit dem Inhalt identifizieren und Freude beim Zuschauen haben. Das Aufwerfen der verschiedensten Fragen zeigt, dass jede Meinung zulässig ist und keine vorgegeben wird. Die Aufmerksamkeit und eine gewisse Spannung blieben auch bei mehrmaligem Vorspielen erhalten. Es wurden immer wieder neue Entdeckungen gemacht. Die Schüler unserer Mittelstufen sind teilweise bereits 14 Jahre alt. Ihr Anspruchsniveau entspricht insgesamt dem von sechs- bis zehnjährigen Grundschülern. In diese Altersgruppe lässt sich der Film unserer Meinung nach gut einordnen.

 

Mit dem Film „Die Bushaltestelle“ hat sich Lilly Eikermann, Schülerin der 12. Klasse am Deutsch-Polnischen Gymnasium in Löcknitz beschäftigt:
Der für das Dokumentarfilmfestival JugenddokumentART ausgewählte Kurzfilm „Die Bushaltestelle“ ist ein Film von Corinna C. Poetter, in dem mehrere Jugendliche von Vorurteilen und Gewalt, aber auch Verständigung zwischen den Schülern mehrerer Bonner Schulen berichten. Den größten Teil tragen dazu die 14 jährige Hosna Hakim und ihr kleinerer Bruder bei, deren Eltern aus Afghanistan stammen. Die Geschwister selbst fühlen sich aber als Deutsche und wollen Vorurteile aus dem Wege schaffen. Aufgrund dessen erzählen sie von der für sie alltäglichen Situation bei der an einer Bonner Bushaltestelle Tag für Tag insgesamt 1800 Schüler 5 verschiedener Schulen aufeinandertreffen. Dies läuft allerdings nicht reibungslos ab. Häufig eskalieren die Situationen und es kommt zu Gewalt aufgrund von Vorurteilen zwischen den Schülern der verschieden Schulen.

Die Bonner Schüler haben nichtsdestotrotz zum Beispiel durch ein gemeinsames Sportfest Wege gefunden, um diese Vorurteile langsam abzubauen und um Integration und Verständnis zwischen den Schulen aufzubauen, was ebenfalls in dem Film gezeigt wurde. Dabei wurden immer wieder die Schüler nach ihrer Meinung befragt und einige Situationen wurden durch Comic ähnliche Grafiken unterlegt, was einige Situationen besonders für Kinder besser veranschaulicht hat.

Obwohl die Thematik des Filmes äußerst anspruchsvoll und ernst zu nehmen ist, wurde sie sehr schön und leicht verständlich für Kinder und ganz besonders für Jugendliche dargestellt. Vorurteile sind leider Alltag, auch für Kinder und gerade für Jugendliche und demzufolge ist es für alle wichtig sich mit ihnen auseinanderzusetzen und Wege zu finden sie (gewaltfrei) zu bekämpfen. Dieser Film zeigt sehr schön, was alles selbst Kinder und Jugendliche dahin gehend bewirken können und schildert dies aus der Sicht der Kinder und Jugendlichen. Ein spannender, kreativer und schlauer Film über ein ernstzunehmendes Thema.

 

Julia Krakow, Florian Schmetzke und Franz-Eric Sill aus der 6. Klasse der Regionalen Schule „Am Kirschgarten“ in Blankensee haben sich den Film "To be a B-Girl" angeschaut: 
Wisst ihr eigentlich, was ein B-Girl ist?Wir wussten es auch nicht, bis wir diese aktuelle Dokumentation von Yasmin Angel vom WDR gesehen haben. Produziert wurde der Film von der Internationalen Filmschule Köln(IFK).

In dem Dokumentarfilm erzählt eine junge Frau mit dem Namen Jilou Rasul über ihr Leben als Break-Girl sowie über ihr Leben außerhalb dieses Hobbys. In ihrer Kindheit nahm sie ein Jahr Ballettunterricht. Heute verdient sie ihr Geld als Ballettlehrerin für klassischen Tanz. Sie hat 2012 ihr Abi gemacht, zurzeit lebt sie beim Vater.

Sie sagt den Eltern der Tanz-Kinder nicht, dass sie seit etwa sechs Jahren ein B-Girl ist. Ist Jilou deshalb feige? Nein!!! Viele Menschen wissen eigentlich gar nicht, was für ein intensiver Sport Breakdance ist. Dieser Film klärt darüber auf, stellt diese Tanzart in positiveres Licht, und öffnet dieses Hobby auch für Mädchen.

Jedes Jahr findet in Deutschland für Breakdancer ein Battle of the Year statt, an dem jetzt auch Jilou mit ihrer Mädchentruppe „How I met a B-Girl“ teilnimmt. Sie trainieren hart, versuchen sich so oft wie möglich zu treffen, denn es muss jährlich eine neue Choreographie erarbeitet werden.

Schaut euch den Film an, dann erfahrt ihr mehr über Zeichensprache, Regeln und verschiedene Wettkämpfe der Breakdancer weltweit. Jilou ist ein ganz „normaler“ Mensch: Sie träumt von einer Familie mit viel Power, von zwei Kindern, einer großen Familienkutsche, einem Motorrad und von jährlich einem Familienurlaub.

Wir würden dem Film eine 5 von 5 Sternenbewertungen geben, weil der Film sehr aufschlussreich und informativ ist. Mädchen können aus diesem Film lernen, etwas zu tun, was nicht jedes Mädchen kann. In unseren Augen hat Breakdance eine völlig neue, positive Bedeutung bekommen.

 

Caroline Becher aus der Klasse 9G2 vom Schulcampus Röbel hat sich gleich zwei Filme angeschaut. Das Gemeinsame - beide haben viel mit Müllhalden zu tun:

"Fiesta auf der Müllhalde" - Ist eine Müllhalde die richtige Umgebung für eine coole Party?  Das hört sich für die meisten von uns eher absurd an. Jedoch die Leute, die in Managua, der Hauptstadt von Nicaragua,  wohnen und die Berge von Müll gewöhnt sind, finden, dass die Fiesta auf der Müllhalde eines der schönsten Feste überhaupt sei.

Hier beginnt die Geschichte des achtjährigen Mika. Er reist extra aus Österreich an, um alles hautnah miterleben zu können. Dort lernt er das Land, eine neue Kultur und viele neue Freunde kennen.

Der Film zeigt die Armut und die Lebensumstände der Menschen in Nicaragua. Neben der größten Müllhalde Zentralamerikas leben sie in Blechhütten unter schlechten hygienischen  Bedingungen und auf engstem Raum. Die Kinder spielen auf der Straße mit Gegenständen, die sie dort finden. Vor allem spürt Mika aber auch ganz deutlich die Lebensfreude dieser Menschen. Sie geben niemandem das Gefühl, dass es schlimm ist, dort zu leben,  die meisten sind zufrieden mit ihrer Arbeit. Sie akzeptieren den Hungerlohn, da die Arbeit sie ausfüllt und das Überleben der Familien sichert. Die Müllhalde bildet die Lebensgrundlage dieser Menschen, ist Arbeitsstelle, Spielplatz und Mittelpunkt zugleich.

Deshalb kann die Fiesta auch nur dort stattfinden und besonders für die Kinder und Mika ist die Veranstaltung ein großes Ereignis, das sie nicht vergessen werden.

„Fiesta auf der Müllhalde“ ist ein eindrucksvoller und unterhaltsamer Kurzfilm für Kinder und Erwachsene, der berührt und nachdenklich stimmt, bei dem man aber auch Spaß hat und Interessantes erfahren kann.

"Koora" - Ein kalter Schauer läuft einem den Rücken herunter, wenn man sich die Lebensverhältnisse in diesem Film anschaut. Die Rede ist von einer riesigen  Müllhalde in Indien. Die Ansammlung von Schrott und alten vergammelten Sachen übertrifft unsere Vorstellungskraft bei weitem. Die Armut, die in diesem Film gezeigt wird, schockiert und stößt ab zugleich. In den Gesichtern der Kinder und deren Eltern sieht man kaum noch Emotionen. Kinderarbeit auf der Müllhalde ist keine Seltenheit, Hungerlöhne und schlechte Arbeitsbedingungen ebenfalls. Die arbeitenden Kinder erzählen davon, dass sie ohne Schuhe, Handschuhe oder anderen Schutzmaßnahmen in den Müll geschickt werden, um ihn zu sortieren.    

Jeder Mensch weiß, was er in seinen Mülleimer schmeißt, und  diese Kinder müssen all das noch einmal anfassen. Alle Kinder  an diesem Ort leben in Armut. Sie spielen mit dem, was andere wegschmeißen. Sie und ihre Eltern hoffen auf eine Verbesserung ihrer Lebensumstände, auf Bildung und eine bessere Zukunft.  

Es ist schockierend und enttäuschend zugleich, dass es so etwas in dieser modernen Zeit noch gibt. Der Kurzfilm fesselt, regt zum Nachdenken an und bringt jedem das Leben dieser Menschen nahe.