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Immergut Festival - Tag 1

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Schweiß auf Samt im Großen Haus

Torpus & The Art Directors
Stimmgewaltig und humorvoll: Torpus & The Art Directors eröffneten den 7. Theaterabend vom Immergut im Großen Haus.
Anne Breitsprecher

Die Eröffnung des Immergut Festivals im Landestheater Neustrelitz sollte ein Freundschaftsspiel zwischen dem Immergutrocken e.V. und dem Plattenlabel Grand Hotel Van Cleef werden. Doch sowohl Bands als auch Publikum haben alles gegeben.

Die Bedingungen konnten für einen Theaterabend nicht schlechter sein. Blauer Himmel, Sonnenschein und lauschige Temperaturen am Abend gaben Grund genug, sich im Freien zu tummeln. Und doch zog es viele Besucherinnen und Besucher am Donnerstag mit wohltuender Selbstverständlichkeit auf die Samtsessel des Landestheaters Neustrelitz.

Bereits zum siebten Mal hatte das Immergut Festival im Großen Haus zur nicht kleineren Eröffnung geladen. Das ließen sich weder die Festivalgäste noch die Sponsoren und Neustrelitzer entgehen. Bürgermeister Andreas Grund verriet bei seiner Begrüßung, dass er sich in diesem Jahr nicht nur auf den Theaterabend, sondern auch auf den Auftritt von Olli Schulz am Samstag freue und lud auch noch einmal ein, das ehrenamtliche Engagement des Immergutrocken e.V. zu beklatschen, der das Neustrelitzer Event bereits zum 19. Mal ausrichtet. Da ließ sich das Publikum nicht lange bitten. 

 

Schwitz-Erlaubnis erteilt

Noch mehr Applaus bekamen an diesem Abend nur die Bands. Den Anfang machten Torpus & The Art Directors mit einem stimmgewaltigen und mega sympathischen Auftritt. „Während des Abis habe ich zum ersten Mal vom Immergut gehört“, erklärte Sänger Sönke Torpus auf der Bühne. „Es ist uns eine Ehre hier zu spielen.“ Die vierköpfige Folk-Band aus dem Hause Grand Hotel Van Cleef hatte Bock, so viel war mal klar. Da wurden Mehrstimmigkeiten durch den ehrwürdigen Großen Saal geschmettert, die einen dort berührten, wo es kribbelt. Instrumente wurden grinsend über die Bühne gereicht wie die olympische Flamme und entfachten in den Händen der Musikerinnen und Musiker immer wieder neue kleine Feuer. Ein Glück, es gab vorher noch die Ansage „es darf geschwitzt werden“.

Ohne diese Erlaubnis wäre es spätestens bei Sue the Night wirklich schwierig geworden. Die Band aus Holland mit ihrer irre charismatischen Sängerin Suus de Groot verzauberte den samtenen Saal langsam aber stetig in eine vor Glückseligkeit brodelnde Masse. Ihr Sound mit jeder Menge Synthies, Hall und groovenden Gitarren machte die Hüften des Publikums geschmeidig und so kam, was endlich kommen musste: Es wurde getanzt – und das durch alle Altersgruppen und Stuhlreihen hindurch. Erfrischend.

Der Staffelstab an Tim Neuhaus wurde nach diesen Steilvorlagen seiner Label-Kollegen zur echten Herausforderung. Doch Tim machte den Sack zu und entließ die Theatergäste nach einer Stunde Konzert in die Nacht und auf einen Zeltplatz, auf dem zu den besten Hits der 80er, 90er und wahrscheinlich auch der Nullerjahre mächtig Staub und Konfetti aufgewirbelt wurde. 

 

Immergut Festival 2018 - Die Eröffnung