Start für das Immergut Festival

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Wenn sich ein Theatersaal in eine Großraumdisco verwandelt

Ein etwas anderes Theaterpublikum versammelt sich am Donnerstag zur Eröffnung des Immergut Festivals wieder zwischen den roten Samtstühlen. Foto: Anne Breitsprecher
Ein etwas anderes Theaterpublikum versammelt sich am Donnerstag zur Eröffnung des Immergut Festivals wieder zwischen den roten Samtstühlen. Foto: Anne Breitsprecher
Anne Breitsprecher

Das Immergut-Festival lockt seit 15 Jahren Besucher aus ganz Deutschland nach Neustrelitz. Dabei herrscht nicht nur bei den Künstlern eine besondere Vielfalt.

„Am Anfang habe ich mich gefragt, wo die ganzen jungen Leute hinwollen“, erinnert sich Anita Höhne. „Aber mittlerweile weiß man das“, sagt die ehemalige Köchin auf die Frage nach dem Immergut-Festival. „Meine Enkelkinder sind da immer hingefahren. Mittlerweile leben die in Hamburg und Stralsund und kommen seltener.“ Neugierig sei sie gar nicht, was sich seit über 15 Jahren immer Ende Mai am Bürgerseeweg abspielt. „Mein Ding ist das eher nicht – Musik. Ich hab immer gekocht“, so die Neustrelitzerin.

Margaretha Hafner hat als Teil der Philharmonie die Musik zwar zum Beruf gemacht, das Immergut-Festival überlässt sie jedoch trotzdem lieber ihren Kindern. „Die sind 15 und 18 Jahre alt und haben dort sehr viel Spaß“, so die Bassistin. „Meine Richtung ist das eher nicht, auch nicht Camping und Bier. Die Kinder machen da ihr Ding und das ist völlig okay so.“ Vielleicht schaue sie aber mal vorbei, wenn sie Zeit habe. Zumindest im Theater. Seit mittlerweile drei Jahren wird das Festival im Landestheater eröffnet. Nicht nur als symbolische Geste, sondern auch, um die Neustrelitzer und die Besucher, die aus der gesamten Republik an die Seenplatte reisen, zusammenzubringen, wie die Veranstalter vom Immergutrocken e.V. sagen. So wurde das Große Haus bei den vergangenen zwei Ausgaben vor dem Start der Konzerte und Lesungen unter freiem Himmel zur Kulisse für die etwas andere Vorstellung. In der noch jungen Tradition verwandelte sich das Neustrelitzer Theater durch die Immergut-Künstler und -Besucher mal in einen Konzertsaal, dann in einen Szeneclub oder wie im vergangenen Jahr mit dem Techno-Trio „Fraktus“ erst in ein Kino und anschließend in eine Großraumdisco.

Im dritten Jahr findet der Theaterabend nun unter norwegischer Flagge statt. Moddi, Einar Stray und Sea Change heißen die Künstler, die am Auftaktabend des Immergut-Festivals in drei Konzerten den Beweis antreten werden, dass ein herbes Klima nicht nur wunderschöne Natur, sondern auch Musiklandschaften formen kann, heißt es in der Ankündigung. Geboten werden elektronischer Pop und Folk unter norwegischer Flagge. Als Lokalpatriot wird auch Andree Lawrenz diesen Donnerstag wieder im Theater dabei sein. „Ich finde diese Veranstaltung klasse, auch wenn es nicht immer meine Musik ist“, sagt der Inhaber eines Sportstudios. „Hier kommen Alt und Jung zusammen.“ Sein Sohn engagiere sich seit Jahren für das Festival und stehe für das Immergut gerne in seiner Freizeit hinterm Tresen. Es sei einfach toll, wie die ehrenamtlichen Organisatoren seit 15 Jahren agieren. „Ich organisiere selber Events und weiß, was alles dahinter steckt“, so der 51-Jährige. „Es wäre toll, wenn es weitere Veranstaltungen wie den Theaterabend gäbe, bei denen Festival und Stadt noch mehr ineinandergreifen.“ Was der Neustrelitzer dem Festival zum 15. Geburtstag wünscht? „Dass die Sonne scheint.“

Ein Wunsch, der zumindest in diesem Jahr in Erfüllung gehen wird. Aktuelle Prognosen für das Wochenende: Überwiegend blauer Himmel und 19 Grad Celsius.

Karten für den Abend am 29. Mai im Landestheater Neustrelitz gibt es für 16€ + VVK-Gebühren an der Theaterkasse in Neustrelitz.

www.immergutrocken.de