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In 60 Jahren vom Saulus zum Paulus

Von dpa-KorrespondentinBritta SchultejansHeiner Lauterbach hat sich gewandelt. Früher für Party-Exzesse und Frauen- geschichten verschrien, ist er ...

Der Schauspieler und Autor Heiner Lauterbach feiert heute seinen 60. Geburtstag. [KT_CREDIT] FOTO: Frank Leonhardt/dpa

Von dpa-Korrespondentin
Britta Schultejans

Heiner Lauterbach hat sich gewandelt. Früher für Party-Exzesse und Frauen- geschichten verschrien, ist er mittlerweile braver Familienvater. Heute feiert er seinen 60. Geburtstag.

München.Dass er einmal ein solches Leben führen würde, das war für ihn früher undenkbar. Heute bestimmen Sport und gesunde Ernährung sein Leben, er macht das Frühstück für seine Familie, nennt seine Ehefrau Schnuffi – und er ist ihr treu. Heiner Lauterbach hat sein Leben auf den Kopf gestellt. Mit 60 Jahren ist der Schauspieler das, was man wohl einen ganz normalen Familienvater nennen könnte. Das war früher anders. Jahrzehntelang war er das Enfant terrible, der Saulus der deutschen Entertainmentbranche. Sein Leben bestand aus Filmen – natürlich – aber zu einem mindestens genau so großen Teil aus Partys, verlässlich wechselnden Frauengeschichten und Alkohol.
„Mein Leben zwischen Exzessen, Affären und nächtelangen Partys möchte ich um keinen Preis auf der Welt aus meiner Biografie verbannen“, schreibt Lauterbach in seiner neuen Autobiografie „Man lebt nur zweimal“, die kurz vor seinem 60. auf den Markt gekommen ist. Dieses Leben sah aus seiner Sicht so aus: „Filme, Frauen und alle legal und illegal erhältlichen Formen von Rauschmitteln.“ Kurz vor seinem Geburtstag sagte er in einem Interview mit der Zeitschrift „Closer“, er habe früher sogar auf der Theaterbühne Alkohol versteckt, „um dort zumindest einen winzigen Underberg zu verbergen, den ich dann während des Stücks unauffällig zu mir nehmen konnte“.
„Nichts ausgelassen“ heißt folgerichtig auch seine erste Biografie aus dem Jahr 2006, die dieses erste Leben beschreibt – das vor Viktoria, mit der er inzwischen seit fast zwölf Jahren verheiratet ist und zwei gemeinsame Kinder hat. Ohne seine Frau hätte er es nicht geschafft, seinem Leben noch einmal eine Wendung zu geben. „Wichtig ist nicht nur die alltägliche Hilfe von Viktoria, sondern vor allem die Aussicht auf ein gemeinsames Leben“, sagt er. Sein neues Buch soll vor allem ein Ratgeber sein.