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Inseltick und Kuchenglück

Diese Mohnvanillesahnetorte in Klink ist nur eins der vielen Highlights auf der Kuchentour durch unsere Region.  FOTOs (3): Christine Fratzke

VonAnne Breitsprecher undChristine FratzkeWo gibt es den leckersten Kuchen, die schönsten Kühe und eine ganz besondere Landschaft? Vor der Haustür wurden ...

VonAnne Breitsprecher und
Christine Fratzke

Wo gibt es den leckersten Kuchen, die schönsten Kühe und eine ganz besondere Landschaft? Vor der Haustür wurden zwei Redakteurinnen fündig.

Carwitz/Klink/Malchow.Wer sich auf den Weg nach Carwitz im Herzen der Feldberger Seenlandschaft macht, der wähnt sich dann und wann am falschen Ort. Denn bei der Weite, den dichten Wäldern und den idyllischen Seen könnte man genauso gut gerade durch Schweden rollen. Ob mit dem Auto oder per Rad auf dem gut ausgebauten Radwegenetz, allein die Anreise wirkt beruhigend. 37 Kilometer auf dem Fahrrad haben die Urlauber Hartmut und Kerstin Seidel schon bis zum Nachmittag hinter sich gebracht. „Wo Seen sind, ist es gut zum Radfahren“, sagt der 53 Jahre alte Hartmut Seidel und ergänzt lächelnd: „Aber wer hätte gedacht, dass es hier Berge wie in den Alpen und Gegenwind wie an der See gibt?“ Deswegen genehmigen sich die Urlauber erst einmal eine Verschnaufpause in der Carwitzer Gaststätte „Mitten in’t Dörp“. „Carwitz ist quasi komplett von Wasser umgeben und damit schon immer Besuchermagnet gewesen“, sagt Christian Juhl. „Ich sag immer, die Deutschen haben einen Inseltick. Usedom, Sylt, Rügen und eben Carwitz“, erklärt der freundliche Gastwirt seine Theorie. Seit fast 30 Jahren betreiben die Juhls das Familienrestaurant und Café. Mittlerweile hat Tochter Juliane das Sagen. Aufgetischt wird neben frisch gebackenen saisonalen Köstlichkeiten, wie dem herrlich saftigen und safrangelben Rharbarber-Kuchen mit der knackigen Baiserschicht und dem cremigen Klecks Sahne, auch selbst gemachtes Eis, das über die Grenzen des kleinen Ortes hinaus seine Fans gefunden hat. „Und wegen unseres FKK-Strands am Bodenwerder kommen die Leute“, sagt Christian Juhl. Noch bekannter ist Carwitz wahrscheinlich nur wegen Hans Fallada. Der Schriftsteller fand hier seine letzte Ruhe – natürlich mit Seeblick. Mehr zu dem bewegten Leben des wohl berühmtesten Carwitzer Einwohners erfährt man im Hans Fallada-Haus. Und in der Dörp-Gaststätte: Eine Glocke, die Falladas Frau Anna Ditzen einst Familie Juhl schenkte, begrüßt heute die Gäste.
Rund 90 Kilometer westlich zwischen B 192 und Müritz liegt der Müritz Bauernmarkt in Klink. Hier ist alles eine Nummer größer – das Restaurant, das Angebot und die Torten. Die absoluten Renner der hauseigenen Konditorei: Die Jensen Kirsch- und die Jensen Stachelbeertorte. Beide „Jensens“ tragen auch in Klink eine knackige Haube aus Baiser. Die Torten messen sündige zehn Zentimeter in der Höhe, sind nicht zu süß, kommen angenehm frisch daher und zergehen förmlich auf der Zunge. Ein ideales Lockmittel.
„Wir machen heute einen Oma-Tag. Meine Tochter ist mit meiner Enkeltochter aus Hamburg zu Besuch“, sagt Elke Griebsch aus Waren. „Erst waren wir in der Therme in Göhren-Lebbin und jetzt wollten wir es uns bei einem leckeren Stück Kuchen gut gehen lassen.“ Gesagt, getan. Genüsslich löffelt die 15 Monate alte Hanna den Quarkkuchen. Ihre Oma Elke empfiehlt allen, die schon in der Freizeit ein Gefühl von Urlaub erleben wollen eine Bootstour auf dem Kölpinsee. Wassersport sei einfach ein Muss, und der Kölpinsee sei herrlich klar und habe flache Stellen, die sich auch für Kinder eignen.
Noch mehr Wasser gibt es eine halbe Stunde von Klink entfernt in Malchow. Hier kommen auch Leute mit Inseltick auf ihre Kosten, handelt es sich bei der Kleinstadt doch um eine Inselstadt. Seit sieben Jahren sorgt unter anderem das kleine Café Caramel von Ramona Steinecker für große Genussmomente. „Mein persönlicher Lieblingskuchen ist die Johannisbeertarte mit weißer Schokolade“, schwärmt die 31-Jährige. Auch sie setzt auf selbst Gebackenes und hochwertige wie besondere Zutaten. So seien ihre Chilli-Schokoladen der Renner auf der Getränkekarte. Wenn sich die Minzowerin entspannen will, fährt sie am liebsten mit dem Fahrrad an einen der vielen Seen der Gegend. „Ich versuche dann, die Heimat mit den Augen der Urlauber anzuschauen. Ein einfacher und effektiver Trick, den ich nur weiterempfehlen kann.“

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a.breitsprecher@nordkurier.de