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Jede zehnte Schulstunde nicht wie geplant unterrichtet

Tische und Stühle stehen in einem leeren Klassenzimmer.

Im Land Brandenburg ist im ersten Halbjahr des Schuljahrs 2012/2013 jede zehnte Schulstunde nicht planmäßg unterrichtet worden. 7,1 Prozent aller ...

Im Land Brandenburg ist im ersten Halbjahr des Schuljahrs 2012/2013 jede zehnte Schulstunde nicht planmäßg unterrichtet worden. 7,1 Prozent aller Unterrichtsstunden wurden etwa wegen Erkankung eines Lehrers vertreten, rund zwei Prozent des Unterrichts fielen ersatzlos aus. Das geht aus einer Statistik des Potsdamer Bildungsministeriums hervor, die heute im Bildungsausschuss des Landtags behandelt werden soll und dieser Zeitung vorab vorliegt.

Laut Marie Luise von Halem (Die Grünen) verzeichne Brandenburg damit den höchsten Ausfall an Unterricht seit 2007, sowie die niedrigste Quote an planmäßig gehaltenem Unterricht seit 1998.

Der Statistik zufolge sind Brandenburgs Lehrer auch immer öfter krank: Während im Schuljahr 2006/2007 4,8Prozent der Lehrer krank gemeldet waren, sind es aktuell 6,6Prozent. Im Vergleich zum letzten Halbjahr 2011/2012 stieg der Krankenstand um 0,3 Prozent. Aus Sicht des Ministeriums „bestätigt diese Entwicklung die allgemein von den Krankenkassen vermeldeten Trends“. In seinem Bericht weist das Bildungsministerium darauf hin, dass Brandenburg vergleichsweise wenig Unterrichtsausfall hat. „Unbestreitbar gibt es aber an einzelnen Schulen etwa durch die Häufung von Langzeiterkrankungen einen erheblich über dem Durchschnitt liegenden Ausfall, der nicht befriedigend vertreten oder schnell behoben werden kann.“

Oppositionsvertreter reagierten auf die Statistik mit scharfer Kritik an Bildungsministerin Martina Münch (SPD). „Es wird nicht besser“, sagte der bildungspolitische Sprecher der CDU und Prignitzer Abgeordnete Gordon Hoffmann. „Die Zahl der ersatzlos ausgefallenen Stunden ist zum vierten Mal in Folge gestiegen, der Krankenstand liegt auf einem Rekordhoch.“ Besonders ärgerlich sei es, dass die Ministerin vehement versuche, die Probleme kleinzureden. „Wer ein Problem nicht als solches anerkennen will, kann es auch nicht lösen“, so Hoffmann. „Wenn der Krankenstand bei sechs Prozent, die Vertretungsreserve aber bei drei Prozent der Sollstunden liegt, dann muss man sich auch nicht wundern, wenn Unterricht ausfällt.“

Der Fraktionsvorsitzende der FDP im Potsdamer Landtag, Andreas Büttner, warf der Ministerin sogar eine „Bankrotterklärung“ vor. Nötig sei aus seiner Sicht eine Erhöhung der Mittel für die Vertretungsreserve. „Die Praxis, Unterrichtsausfällen durch Stillbeschäftigung oder die Zusammenlegung ganzer Klassen zu begegnen, ersetzt keinen qualifizierten Vertretungsunterricht“, so Büttner. „Das beste Unterrichtskonzept ist Makulatur, wenn kein Lehrer da ist.“