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Junge und Alte – der Tod fährt mit

Ein Holzkreuz steht an der Bundestraße zwischen Gadebusch und Wittenburg. Auf Mecklenburg-Vorpommerns Straßen sind im vergangenen Jahr 83 Menschen ums Leben gekommen, so wenige wie nie zuvor.  FOTO: Jens Büttner/dpa

Von unserem RedaktionsmitgliedUwe ReißenweberDie Zahl der Verkehrstoten im Nordosten bewegt sich auf einem historischen Tiefststand. Dennoch ist jeder Tote ...

Von unserem RedaktionsmitgliedUwe Reißenweber

Die Zahl der Verkehrstoten im Nordosten bewegt sich auf einem historischen Tiefststand. Dennoch ist jeder Tote und Verletzte einer zu viel. Deshalb lässt der Innenminister weiter verstärkt kontrollieren.

Schwerin.Junge und ältere Kraftfahrer waren im vergangenen Jahr überproportional häufig an Unfällen in Mecklenburg-Vorpommern beteiligt. Während die Altersgruppe der 15- bis 24-Jährigen knapp neun Prozent der Bevölkerung ausmacht, ist sie jedoch immer noch mit über 20 Prozent der Verunglückten und über 13 Prozent der Getöteten repräsentiert. Auch die über 65-Jährigen sind bei einem Bevölkerungsanteil von 21,9 Prozent mit 28 Prozent der bei Verkehrsunfällen getöteten Personen überproportional vertreten. „Die Zahlen zeigen, dass wir den jungen Fahrern nach wie vor die größte Aufmerksamkeit in der Verkehrssicherheitsarbeit widmen müssen. So wurde im Januar dieses Jahres das Präventionsprojekt ,Crash-Kurs' eingeführt. Den Jugendlichen unseres Landes werden ungeschminkt die Folgen schwerer Verkehrsunfälle verdeutlicht. Bewährte Präventionsmaßnahmen werden auch künftig fortgeführt“, sagte Innenminister Lorenz Caffier (CDU) bei der Vorstellung der Verkehrsunfallstatistik für 2012. Demnach sank die Zahl der durch die Polizei registrierten Unfälle mit insgesamt 54799 um 1,7 Prozent. Bei der Gesamtzahl der Verkehrsunfälle mit Personenschaden ist in Mecklenburg-Vorpommern sogar ein überdurchschnittlicher Rückgang von 4,7 Prozent zu verzeichnen. Besonders erfreulich sei die Entwicklung bei der Zahl der Unfalltoten. Während im Jahr 2011 noch 143 Todesopfer auf den Straßen des Landes zu beklagen waren, sank die Zahl im Jahr 2012 auf 83. Das entspricht einem Rückgang von 42 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.
Ebenfalls abgenommen hat im vergangenen Jahr die Zahl der bei Unfällen schwerverletzten Personen. Mit 1232 Schwerverletzten wurde ein Rückgang von 9,9 Prozent registriert. „Über den Rückgang der Zahl der Verkehrstoten in unserem Land bin ich besonders froh. Damit zeigt sich, dass die präventiven und repressiven Maßnahmen der Landespolizei greifen und zu einem besseren Verkehrsverhalten beitragen“, so Caffier, der weiter einen hohen Kontrolldruck ankündigte.
Nicht zuletzt die Veränderung der Verkehrsströme durch den Ausbau von Landstraßen und dem Ausbau von Leitplanken sei es zudem zu verdanken, dass der Anteil der tödlichen Baum-Crashs um über 41 Prozent gesunken ist. Insgesamt 24 Menschen verloren 2012 ihr Leben bei einem Aufprall gegen einem Baum. Im Jahr 2011 waren hier noch 44 Getötete zu beklagen, so die Statistik. Die Rangfolge der Hauptunfallursachen hat sich indes in den letzten Jahren kaum verändert. Nach wie vor sei die nicht angepasste beziehungsweise überhöhte Geschwindigkeit eine der häufigsten Ursachen. Auch die anderen Hauptgründe wie Nichtbeachten der Vorfahrt, Fahren unter Alkohol, Abstandsfehler oder falsches Überholen sind anteilig weiter zurückgegangen.

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