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Engel der Wehrlosen: The Equalizer

Timothy Smith als Detective Gilly, Robert Wahlberg als Detective Harris und Denzel Washington als McCall in einer Szene des Films "The Equalizer".
Timothy Smith als Detective Gilly, Robert Wahlberg als Detective Harris und Denzel Washington als McCall in einer Szene des Films "The Equalizer".
Sony Pictures

Rachefilme vermitteln dem Zuschauer bisweilen ein ungutes Gefühl. Sie sind nicht so recht mit einer humanistischen Weltanschauung in Einklang zu bringen. Trotzdem verspürt man eine gewisse Genugtuung, wenn ein Leinwandheld dem fiesen Bösewicht nach allen Regeln der Kunst den Allerwertesten aufreißt. Wenn sich ein Film des Rachethemas auf vielschichtige und differenzierte Weise nähert, geht er aber zumindest als Diskussionsgrundlage in Ordnung. So wie dieser hier.

Robert McCall (Denzel Washington) hat eine brutale Vergangenheit hinter sich gelassen. Seine Tage verbringt er als gute Seele des örtlichen Baumarktes, er greift den Kollegen jederzeit gern mit Wort und Tat unter die Arme. Die schlaflosen Nächte verbringt McCall im Diner um die Ecke, wo er um 2 Uhr morgens Weltliteratur wälzt. Dort verbringt auch die jugendliche Prostituierte Teri (Chloe Grace Moretz) ihre Pausen. Zwischen dem Mädchen und dem älteren Mann, zwei Außenseitern der Gesellschaft, entspinnt sich eine zaghafte Freundschaft. Als Teri von ihren russischen Zuhältern übel zugerichtet wird, wirft McCall seinen Vorsatz, nie wieder Gewalt anzuwenden, spektakulär über Bord. Die Abrechnung mit den Peinigern des Mädchens setzt eine Spirale der Gewalt in Gang. Der Oligarch hinter den Zuhältern schickt seinen besten Mann, um den unbekannten Spielverderber ausfindig zu machen. McCall muss zu Ende bringen, was er losgetreten hat.            

Inspiriert wurde dieser intelligente, aber auch sehr harte Action-Thriller von einer Fernsehserie aus den 1980-er Jahren. Der Film greift allerdings nur die Grundzüge der Original-Story auf und etabliert einen völlig neuen Rächer der Entrechteten. Denzel Washington entwirft den Charakter mit der gewohnten Präzision, er verleiht seinem McCall einige Schrullen, hütet sich aber vor Übertreibung. Chloe Grace Moretz (17, „Kick Ass“) tritt in Jodie Fosters „Taxi Driver“-Fußspuren und beweist, dass ihr Talent jede Altersgenossin aus dem Feld schlagen würde. Regisseur Antoine Fuqua hat mit Filmen wie „Training Day“ oder „Shooter“ gezeigt, dass er zu den wenigen Filmemachern gehört, die im Action-Genre nicht nach der Devise „viel hilft viel“ arbeiten. Er räumt der Charakterzeichnung genügend Raum ein, ohne dass es der Spannung abträglich würde. Wenn die Gewalt dann unvermittelt ausbricht, trifft das das Publikum bis ins Mark. Kein Zuschauer wird das Gefühl haben, Mord und Totschlag sind unter gewissen Umständen eine gute Sache. Aber wenigstens im Kino triumphieren am Ende die, die sich nur wehren.

Wertung:
Anspruch: 1
Spannung: 4
Action: 4
Humor: 1
Erotik: 0

Bundesstart: 09. Oktober 2014
Genre: Thriller/Action

Mehr Infos unter: www.theequalizer.de

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