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Mülheim Texas - Helge Schneider hier und dort

Helge Schneider als er selbst in einer Szene des Kinofilms "Mülheim Texas - Helge Schneider hier und dort".
Helge Schneider als er selbst in einer Szene des Kinofilms "Mülheim Texas - Helge Schneider hier und dort".
Petra Lisson/Piffl Medien/dpa

Er wollte schon als Kind immer gern ein Opa sein, sagt Helge Schneider. Und ein Clown. Letzteres hat der Mülheimer schon relativ frühzeitig in seinem Leben erreicht. Nun nähert er sich einem Alter, in dem auch das erste Ziel in greifbare Nähe rückt. Einem Alter, in dem Künstler die ersten Preise fürs Lebenswerk einheimsen. Oder mit einem Dokumentarfilm geehrt werden.

Andrea Roggon hat sich mutig der Herausforderung gestellt, den Menschen Helge Schneider filmisch zu porträtieren. Dabei entzieht sich der begnadete Komödiant, Multiinstrumentalist und Filmemacher jedweder Einordnung. Bereitwillig macht Schneider vor der Kamera Quatsch, aber man erhascht allenfalls einen flüchtigen Blick hinter die Fassade. Alles ist Performance, Realität und Illusion sind nicht mehr zu unterscheiden. Und der Film behauptet das auch nicht.

Helge beim akribischen Proben mit seiner Band

Die Dokumentation über einen, der das Unvollkommene zur Perfektion gebracht hat, muss genau so sein: imperfekt. Vieles bleibt fragmentarisch, der Augenblick ist wichtiger als das große Ganze. Man erlebt Helge beim akribischen Proben mit seiner Band, beim Auftritt, bei der Arbeit an einem Film. Beim Traktor- und Motorradfahren, in Mülheim und in der spanischen Wahlheimat. Nicht, dass Herr Schneider Lust auf die Dreharbeiten haben würde. Er ist schnell gelangweilt und hält sich nicht zwingend an Absprachen. Zumindest gewinnt man als Zuschauer nicht den Eindruck, ungewollter Zaungast zu sein. Aber die Schnitte sind hart.  

Film lebt von der Komik seines Protagonisten

Es ist ein sehenswerter Film entstanden, der von der Komik seines Protagonisten lebt und vom Lachen seines Publikums. Ein Film, der seine Zentralfigur nicht entzaubert, nur noch ein Stückchen sympathischer macht. Und wenn man zwischendurch mal dringend die Toilette aufsuchen muss, verpasst man auch nichts Weltbewegendes.      

Verleih: Piffl Medien  
Bundesstart: 23. April 2015            
Genre: Dokumentation

Mehr Infos unter: www.muelheim-texas.de

Die Wertung:

Anspruch: 2
Spannung: 2
Action: 2
Humor: 4
Erotik: 0