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Die Bremer Jungs schielen auf das Halbfinale

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Nach der Extraportion Motivation durch Stargast Tim Borowski im vergangenen Jahr wollen Werders D-Junioren beim 48. Fußball-Knabenturnier wieder neu angreifen. Angst vor größeren Gegner kennen die Lütten in Bremens Stadtliga nicht.

"Kein Turnier wie jedes andere", "einzigartige Atmosphäre in der Halle", "perfekte Organisation" -  wenn Jan-Claas Alexander an "sein Debüt" beim 47. Fußball-Knabenturnier in Neubrandenburg zurückdenkt, gehen ihm die Superlative nicht aus. Zwar landeten seine Schützlinge, die D-Junioren vom SV Werder Bremen, am Ende "nur" auf dem fünften Platz, aber die Eindrücke des Spektakels hallten lange nach. "Dass der Stargast Tim Borowski damals vor einem Spiel extra zu uns in die Kabine kam und Fragen beantwortet hat, war ein tolles Erlebnis und hat die Jungs nochmal extra motiviert", erinnert sich der 24-jährige Nachwuchstrainer. Und gegen den FC Hansa Rostock gelang sogar noch ein versöhnlicher Turnierabschluss.

In der Neuauflage am 11. Januar 2014 darf es für die Hanseaten nach eigenem Wunsch gerne etwas mehr sein. "Wir schielen aufs Halbfinale", sagt Jan-Claas Alexander. "Natürlich hängt viel von der Tagesform ab, aber unser 2001er Jahrgang ist gut und wir versuchen, das Team bestmöglich auf das Knabenturnier vorzubereiten." Der Coach baut dabei auf eine sehr homogene Truppe, die weniger durch Einzelspieler als durch mannschaftliche Kompaktheit glänzt. "Wir sind sehr zufrieden mit der Entwicklung, der interne Konkurrenzkampf bringt die Jungs weiter."

Dass Werders D-Junioren seit sechs Jahren in der C-Jugend-Stadtliga (dritthöchste Nachwuchsspielklasse in Bremen) selten auf Gegner auf Augenhöhe treffen, stellt einen weiteren wichtigen, in Norddeutschland nahezu einzigartigen Baustein auf dem Weg zum großen Fußballer dar. "Das sieht natürlich schon mal lustig aus, wenn das Gegenüber zwei Köpfe größer ist", schmunzelt Alexander. Der 24-Jährige spricht davon, die Werder-Knirpse auf "höchst möglichem Niveau zu fordern"- und dazu zählen Duelle mit körperlich und in Sachen Kopfball und Tempo überlegenen Gegenspielern. Wenn dabei auch die Ausbildung Vorrang hat vor dem reinen Ergebnis, lassen doch die Erfolge der D-Lütten in Sommer- und Winterrunde aufhorchen. Auch an der Gruppentaktik wird gefeilt, Begriffe wie Viererkette praktisch auf dem Rasen einstudiert.

Vor dem neuen Auftritt im Jahnsportforum, zu dem die U13 der Grün-Weißen mit völlig neuen Gesichtern anreist, ist die Vorfreude an der Weser groß. Vor allem, weil man in Staffel I neben alten Bekannten wie HSV oder Nürnberg auch auf ganz neue Gegner trifft. "Natürlich ist es reizvoll, mal gegen ein rumänisches Team wie Gloria Bistrita zu spielen und deren Fußball-Philosophie kennenzulernen. Die TSG Neustrelitz als Lokalmatador ist sicher auch nicht zu unterschätzen. Ich sehe in der Gruppe keinen Außenseiter", schätzt Alexander ein.

Zusätzlichen Schub bekommen seine Spieler übrigens indirekt vom neuen Werder-Cheftrainer Robin Dutt, der seit vergangenem Sommer das Kommando an der Weserbrücke führt. Denn Dutt hat im Laufe der Hinrunde mit Martin Kobylanski, Davie Selke und Melvyn Lorenzen schon drei hoffnungsvolle Debütanten ins Bundesliga-Geschehen geschmissen. "Manche sind mit ihnen auf eine Schule gegangen. Wenn sie dann auf dem Platz nebenan trainieren und zwei Wochen später in der Bundesliga spielen, ist das für die Jungs Vorbild und Ansporn zugleich." Und wo ließe sich eine Bundesliga-Karriere besser einläuten als beim Knabenturnier des Nordkurier...