Spargelernte gestartet

Erster heimischer Spargel auf dem Markt

Obwohl Import-Spargel fast das ganze Jahr über verfügbar ist, warten viele Kunden lieber auf den Spargel aus der Region. Jetzt wurden die ersten Stangen geerntet.

Auf den Spargelfeldern Mecklenburg-Vorpommerns hat das Stechen begonnen. Betriebe in Wöbbelin und Sülten (Landkreis Ludwigslsut-Parchim) sowie in Tieplitz (Landkreis Rostock) bieten die ersten Stangen aus eigener Ernte an. In Demmin (Mecklenburgische Seenplatte) ist es am Freitag so weit, wie eine Mitarbeiterin des Spargel- und Kartoffelhofs am Mittwoch sagte. Den symbolischen Startschuss in die Spargelsaison hatte Agrarminister Till Backhaus (SPD) schon vor knapp zwei Wochen auf dem Hof Denissen in Wöbbelin gegeben. Ein Kilogramm weißer Spargel der Klasse 1 vom Unternehmen Mecklenburger Frische in Tieplitz kostet derzeit um die 12 Euro. Ebenso frische, aber ungleiche Stangen sind schon für knapp 4 Euro zu haben, wie die Landwirtin Yvonne von Laer sagte.

Wegen des Wintereinbruchs zu Ostern begann die Ernte nach ihren Worten diesmal acht bis zehn Tage später als im Schnitt. Die mit Folien abgedeckten Erddämme auf den Spargelreihen seien sogar einen Monat später als üblich – erst im April – angelegt worden. Zuvor sei der Boden viel zu nass gewesen. Dank der Wärme in der vorigen Woche sprossen die Pflanzen nach der Kälte schnell. „Die Natur kompensiert das in null komma nix”, sagte von Laer.

Für die ersten 20 bis 25 Saisonarbeiter heiße es derzeit noch „mehr laufen als ernten”. In der Hochsaison seien 70 bis 80 Erntehelfer im Einsatz. Sie kommen demnach überwiegend aus Rumänien und werden durch Mund-zu-Mund-Propaganda vermittelt.

In Demmin sind derzeit fünf polnische Erntehelfer beschäftigt, die ebenfalls durch einen festangestellten polnischen Vorarbeiter vermittelt wurden, wie die für Direktvermarktung zuständige Madeleine Buchholz sagte. Das Unternehmen erntet das Edelgemüse in diesem Jahr von 7 Hektar. Im nächsten Jahr kommen 3,5 Hektar dazu, die neu bepflanzt wurden. Der Spargelhof beliefert Märkte zwischen Demmin, Greifswald und Stralsund und stellt eigene Stände auf.

Trotz seiner teilweise sandigen Böden wird in Mecklenburg-Vorpommern vergleichsweise wenig Spargel angebaut. Laut Ministerium waren es 2016 noch 220 Hektar Spargel, 2017 nur noch 153 Hektar. Das waren etwa 9 Prozent der Freilandgemüsefläche.

dpa

Bild

Inaktiv

Meistgelesen