Krebsforschung

:

Freispruch für die Wurst und rotes Fleisch

Hier beißen der Thüringer Bratwurstkönig Gerhard Herbst und die Wurstkönigin Anne Sonntag herzhaft in eine Bratwurst – und bringen ihre Gesundheit dabei wohl doch nicht so sehr in Gefahr.
Hier beißen der Thüringer Bratwurstkönig Gerhard Herbst und die Wurstkönigin Anne Sonntag herzhaft in eine Bratwurst – und bringen ihre Gesundheit dabei wohl doch nicht so sehr in Gefahr.
arifoto UG

Wurst und Fleisch sind offenbar doch nicht so gefährlich, wie zunächst angenommen. Ausgerechnet die Weltgesundheitsorganisation rudert jetzt zurück.

Eine neue Studie gibt vorsichtige Entwarnung für den Genuss von „rotem Fleisch“ und Wurst. Nachdem vor drei Jahren die Krebsforscher der Weltgesundheitsorganisation (WHO) wegen eines höheren Darmkrebsrisikos von Fleischprodukten Alarm schlugen, rudern die Experten jetzt zurück.

„Damit betreibt die WHO Schadensbegrenzung“, bewertet der renommierte Lebensmittelexperte Udo Pollmer die Veröffentlichung. Die WHO hatte davor gewarnt, pro Tag mehr als 50 Gramm Wurst oder mehr als 100 Gramm Fleisch von Rindern, Schweinen oder Schafen zu essen.

Gegen Diätempfehlungen und zu viel Rohkost

Der Lebensmittelchemiker Pollmer hatte er in seiner regelmäßigen Sendung im Radiosender „Deutschlandfunk Kultur“ darauf hingewiesen, dass laut ausführlicher Studien ein erhöhtes Krebsrisiko durch Fleisch und Wurst nicht messbar sei. Es gebe zudem keine klare Aussage, ob Nitrate tatsächlich mehr Tumore auslösen könnten. In ihrer über 500 Seiten starken Monografie geben die WHO-Experten einen Überblick über weltweit vorliegende Forschungsergebnisse zum Thema Ernährung.

Zuvor hatte sich Pollmer in zahlreichen Diskussionen und Sachbüchern immer wieder mit Nachdruck gegen Diätempfehlungen und übermäßigen Verzehr von Rohkost ausgesprochen. Bei den 2015 veröffentlichten Alarmmeldungen zu den Gefahren durch Fleisch habe es sich lediglich um einen Vorgriff auf die jetzt nach drei Jahren veröffentlichte Gesamtstudie gehandelt. „So etwas wird doch nur beachtet, wenn Fleisch als ungesund bezeichnet wird“, sagte Pollmer dem Nordkurier. Würde eine erhöhte Darmkrebsrate von fast 20 Prozent wegen Fleisch zutreffen, würden Nomadenvölker, die viel Fleisch essen, nicht einmal die Geschlechtsreife erreichen.

Krebsstoffe in pflanzlichen Produkten

„Der Mensch isst am besten das, was ihm bekommt und ihn leistungsfähig erhält“, empfiehlt Pollmer, der für seine Aussagen regelmäßig viel Widerspruch einstecken muss. Der gesunde Menschenverstand schütze am besten vor Ernährungsunfug, sagte er dem Nordkurier. Nach seiner Ansicht stecken in pflanzlichen Produkten mögliche krebserregende Inhaltsstoffe, die durch Kochen entgiftet würden. Auf Rohkost befänden sich potenzielle Krankheitserreger: „Heute stehen Kräuter, Blattgemüse und selbst gemachte grüne Smoothies als Ursache von Magen Darm-Problemen im Vordergrund.“

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung, die Empfehlungen zu ausgewogenem Essen heraus gibt, zeigte sich von der erst vor wenigen Tagen veröffentlichten Gesamtstudie überrascht. Eine Bewertung der Ergebnisse sei deswegen noch nicht möglich, so eine Sprecherin.

Kommentare (2)

Als Mutter bin ich immer wieder entsetzt, wie Redakteure einfach nachplappern, was Lebensmittelchemiker, wie Udo Pollmer, die auch im Auftrag von Monsanto Vorträge über Glyphosat halten, in ihrer Satire Rubrik im Deutschlandradio schreiben. Denn die WHO Studie kann sich jeder verantwortliche Redakteur im Internet selber anschauen. 
 http://monographs.iarc.fr/ENG/Monographs/vol114/mono114-F08.pdf 
 Und dort kann jeder z.B. nachlesen: „Participants who consumed beef or pork ≥ 1 time/week were at increased risk of colon cancer compared with those who did not consume beef or pork. White meat intake was also positively associated with colon cancer risk.“ Übersetzt heißt das: Personen, die mehr als 1mal pro Woche Schweine- oder Rindfleisch konsumiert haben, hatten ein erhöhtes Risiko an Dickdarmkrebs zu erkranken. 

In einer weiteren Studie steht, dass Männer in Japan, die viel Fleisch gegessen hatten, ein doppelt so hohes Risiko haben, an Dickdarmkrebs zu erkranken. Zitat: „In a community-based prospective study in Takayama, Japan, including 213 cases of colorectal cancer, there was a twofold, significant increased risk of colon cancer only in men who consumed a higher intake of processed meats (Oba et al. 2006).”
 In der WHO Studie gibt es über 70 zitierte Studien, die belegen, dass der Konsum von Fleisch das Risiko verschiedener Krebsarten erhöht. Warum überprüfen Journalisten die Fakten nicht mehr, bevor sie solche Halbwahrheiten von Industrielobbyisten verbreiten, denn es geht um die Gesundheit von Millionen von Menschen.

Guten Tag Frau Orlek, Ich möchte Sie freundlich daraufhinweisen, dass diese Studien zwar nicht perse falsch sind, allerdings auch nicht zu 100% Stimmen. In den Studien wird z.B. der Konsum von Gemüse komplett ausgeschlossen, wenn man also seine mindestens 800gramm Gemüse pro Tag isst, ist sogar der verzehr von mindestens 3 mal die Woche rotes Fleisch empfohlen und durchaus nur positiv. Bei Fragen oder Ungewissheit, können Sie sich gerne von den richtig Informierten Leuten von MoreNutrition beraten lassen bzw. sich Belehren lassen. ( ps. ich bin nicht von More, nur habe ich mich dort richtig Informiert und das auch mit Studien belegt bekommen. ) Schönen Tag noch