Dieser Birnbaum in Golchen gibt gleich mehrere Rätsel auf. Man nennt ihn Teufelsbaum und in seinem Stamm steckt ein altes
Dieser Birnbaum in Golchen gibt gleich mehrere Rätsel auf. Man nennt ihn Teufelsbaum und in seinem Stamm steckt ein altes, rostiges Eisenteil. Paul Richter
Der geheimnisvolle Teufelsbaum ist eine schöne Sehenswürdigkeit in Golchen (Altentreptow)
Der geheimnisvolle Teufelsbaum ist eine schöne Sehenswürdigkeit in Golchen (Altentreptow) Paul Richter
Mysteriöser Obstbaum

Hat der Teufel selbst das Eisen in den Birnbaum getrieben?

In einem stattlichen Obstbaum steckt ein Dreizack. Und eine Sage gibt es auch. Doch irgendwie geht das Ganze nicht auf.
Altentreptow

In Golchen, etwa zehn Kilometer nördlich von Altentreptow gelegen, steht am Feuerwehrteich ein Birnbaum fortgeschrittenen Alters. Man nennt ihn Teufelsbaum. Warum eigentlich, birgt er ein Geheimnis? Wer den Stamm von der Sonnenaufgangsseite her betrachtet, kommt bald dahinter. Irgendjemand hat einst einen Dreizack ins Holz getrieben.

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Das rostige Eisen wirkt fest verwachsen mit dem Baum. Beging hier jemand eine Untat, vom Frevel an dem Obstgehölz mal abgesehen? Der Dreizack soll seit Menschengedenken, ja, wie einige Golchener wissen wollen, schon viel, viel länger im Baum sitzen. Was kann das bedeuten? Im Dorf zuckt man mit den Schultern.

Doch dann verweisen einige auf eine Sage, die in die Zeit des Dreißigjährigen Krieges führt. Wie so häufig bei Weitergesagtem, hatte der Teufel seine Hand im Spiel. Er soll, als alles in Schutt und Asche fiel, einen Schatz beiseitegeschafft und dafür ein Versteck gesucht haben, da auch er den Landsknechtsverhältnissen misstraute. Dabei kam ihm die Idee, drei Bäume mit einem Dreizack zu markieren.

Zwei wählte er in der Feldmark, als dritten entschied er sich für den Golchener Birnbaum. Im Mittelpunkt der Dreizackbaum-Verbindungen soll Beelzebub anschließend die Kiste mit Gold, Silber und Edelsteinen vergraben haben. In der festen Überzeugung natürlich, den Schatz in ruhigen Zeiten mittels seiner genialen Orientierungshilfe wieder wohlbehalten an sich nehmen zu können.

Sagengläubigkeit der Golchener ist weit her

Niemand weiß, ob seine Rechnung aufging. Bekannt ist aber, dass ein Durchreisender einigen Golchenern im Dorfkrug etwas vom Versteck und der Ortungsanleitung geflüstert hat, sodass die sich auf die Suche machten. Doch brachen sie die Unternehmung alsbald ab, weil zwar im heimischen Birnbaum ein Dreizack steckte, in der Nachbarschaft aber rein gar nichts dergleichen zu finden war. Einige allzu hartnäckige Schatzsucher sollen indes nie wieder ins Dorf zurückgefunden haben, so jedenfalls wird es erzählt. Der Birnbaum hat spätestens seither seinen Namen weg: Teufelsbaum. Wirklich mysteriös die Angelegenheit also.

Dabei ist es mit der Sagengläubigkeit der Golchener heute wirklich nicht weit her. Auch schüttelt den Kopf, wer sich mit Obstbäumen auskennt. Der Birnbaum, bereits gestutzt, was ihm Altersgebrechen größtenteils ersparte, weist zwar einen beachtlichen Stammumfang von fast drei Metern auf. Doch dürfte er wohl allerhöchstens 150 Jahre alt sein. Um im Dreißigjährigen Krieg Baum genannt zu werden, fehlen ihm folglich mehr als zweihundert Jahresringe.

Mit Wucht in Manneshöhe in den Stamm gehauen

Außerdem: Steckt da wirklich ein Dreizack im Holz? Bei genauem Hinsehen dürfte es eher ein gewöhnlicher Kartoffelkratzer ohne Stielfassung sein. Aber wer hieb ihn in den Stamm und das in der recht unpraktischen Höhe von 1,80 Meter. Was war der Grund dafür? Es wird wohl immer im Verborgenen bleiben.

Doch was wäre der Golchener Teufelsbaum ohne sein Rätsel? Ein betagter Birnbaum, von denen es in den meisten Orten welche gibt. Gut anzusehen in Blütenkleid und Früchtepracht, viel mehr aber nicht. Soll er mal noch viele Jahre sein Geheimnis hüten und der Fantasie auf die Sprünge helfen.

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