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20-jährige Berlinerin schreibt Hit für Rihanna

Der neueste Song der Popsängerin stammt aus der Feder einer bisher unbekannten Berlinerin. Sie heißt Bibi Bourelly, hat schon viel hinter sich – und noch viel mehr vor.

Die Berlinerin Bibi Bourelly ist 20 Jahre alt – und hat schon einen Hit geschrieben
Britta Pedersen Die Berlinerin Bibi Bourelly ist 20 Jahre alt – und hat schon einen Hit geschrieben

Bibi Bourelly ist nach gut zwei Jahren Abwesenheit zurück in ihrer Heimatstadt Berlin. Bei ihrem vorherigen Besuch hatte sie Schulferien, dieses Mal Pressetermine. Dass eine unbekannte 20-Jährige aus Berlin einen Hit für den Superstar Rihanna geschrieben hat, erregt Aufsehen.

Der Song heißt „Bitch Better Have My Money“ („Besser, die Schlampe hat mein Geld“ oder einfach „BBHMM“) und klingt nach einer dekadenten Party in einem angesagten Club. Der Text besteht vor allem aus Prahlerei von der Sorte, wie sie im Gangster-Rap Tradition hat. Es ist eine Sprache, die Bibi offenbar beherrscht: „Ich will mich auf den Scheiß fokussieren, der wirklich wichtig ist, und das ist der Song zum Party-Machen und im Club zu saufen.“

Für den Schulabschluss extra in die USA

Die Erfolgsgeschichte fing mit einer Facebook-Bekanntschaft an. Über das soziale Netzwerk nahm Bibi noch als Schülerin Kontakt zu einem Produzenten auf, der ihre selbst aufgenommenen Lieder gut fand und sie nach Los Angeles bringen wollte. Ihr Vater war von der Idee nicht begeistert und stellte eine Bedingung: „Ich habe gesagt, sie muss erst die Schule zu Ende machen“, erzählt Jean-Paul Bourelly.

Bibi lebte damals in einem Vorort der US-Hauptstadt Washington. Es hatte die Gefahr bestanden, dass sie die zehnte Klasse nicht packt, erzählt ihr Vater. Deswegen habe er sie zu seiner Schwester in die USA geschickt. Dort schaffte sie dann den High-School-Abschluss. „Ich wurde gezwungen, aber ich habe es gemacht“, sagt Bibi.

Im April veröffentlichte sie ihren ersten eigenen Song

Jean-Paul Bourelly ist ein Jazz- und Blues-Gitarrist, der schon mit Miles Davis und anderen Größen zusammen gespielt hat. Er kommt aus Chicago, lebt aber seit mehr als 20 Jahren in Berlin. Wenn er mit dem Fahrrad durch seinen Kiez in Schöneberg fährt, grüßen ihn links und rechts Bekannte.

Das Wort „Berlin“ ziert als Tattoo Bibis Nacken. Sie betrachtet die Stadt noch immer als ihre Heimat – auch wenn ihr häufig das passende deutsche Wort nicht einfällt: „Ich liebe die U-Bahn über alles, oh mein Gott, es ist like my home“, erzählt sie. Er habe seinen Kindern beigebracht, sich als Deutsche zu fühlen, sagt Jean-Paul – obwohl sie aufgrund ihrer braunen Haut oft nicht als solche wahrgenommen würden.

Noch ein zweiter Bibi-Song auf Rihannas Album

Nach dem Schulabschluss ging es für Bibi nach L.A. Sie bekam einen Manager und zog bei ihm ein. „Ich bin sehr irrational. Warum geht man mit 19 weg, um Musik zu machen, ohne irgendjemanden zu kennen – nicht mal die Leute, mit denen man zusammen wohnen wird?“ Das sei nicht vernünftig gewesen, gesteht sie ein. „Aber scheiß’ drauf, es ist gut gegangen.“

Das lag auch daran, dass Bibi nahezu ihre gesamte Zeit in Musikstudios verbrachte. Ihre Musik gelangte in die richtigen Ohren und fand das Gefallen des Rap-Superstars Kanye West. Der stellte sie Rihanna vor. Neben „BBHMM“ wird mit „Higher“ ein weiteres Lied von Bibi auf dem nächsten Album der Sängerin aus Barbados erscheinen.

Als Texterin für andere Künstler will sich Bibi allerdings eigentlich nicht verdingen. Im April veröffentlichte sie zum ersten Mal einen Song, den sie selbst singt. Er heißt „Riot“ und klingt ganz anders als „BBHMM“ – gefühlvoll, leidenschaftlich – und viel zu ruhig, um in einem Club gespielt zu werden.