OPEN MEMORY BOX

415 Stunden Privatvideos aus der DDR sind online

Kindergeburtstag, Hochzeit, Republikflucht: In einem Online-Archiv stecken 415 Stunden Videomaterial aus dem Alltag der DDR – digitalisiert aus privaten Schmalfilmaufnahmen ganz normaler Bürger.
dpa
In der „Open Memory Box” gibt es auch Filmmaterial aus dem Nordosten, hier: Neubrandenburg.
In der „Open Memory Box” gibt es auch Filmmaterial aus dem Nordosten, hier: Neubrandenburg. Open Memeroy Box
Berlin.

Ein internationales Team hat private Videoaufnahmen von Dutzenden DDR-Familien online zugänglich gemacht. In dem Onlinearchiv „Open Memory Box“ sind seit Montag insgesamt 415 Stunden DDR-Alltag zu sehen. Darunter sind etwa Kindergeburtstage und Beerdigungen, aber auch Filmsequenzen, die Demonstrationen oder die Republikflucht zeigen. 149 DDR-Familien drehten die privaten Aufnahmen zwischen 1947 und 1990.

„Unsere Absicht ist es, festgefahrene Stereotypen – sowohl schönfärberische als auch schwarzmalerische – bei der Bewertung der DDR-Vergangenheit mit einer anderen Sichtweise aufzubrechen“, sagte der schwedische Filmemacher und Initiator des Projekts, Alberto Herskovits, am Montag. Durch „Open Memory Box“ habe man das Privileg, im Nachhinein in das Privatleben der Menschen hineinzuschauen. Die Aufnahmen seien nie für die Öffentlichkeit bestimmt gewesen und zeigten, dass das Leben in der DDR weiterging – wenn auch mit Einschränkungen, sagte Herskovits.

2283 Schmalfilmrollen

Gemeinsam mit dem kanadischen Politikwissenschaftler Laurence McFalls initiierte Herskovits das Archivprojekt 2013. Nach einem deutschlandweiten Aufruf im Jahr 2014 erhielt das 30-köpfige Team insgesamt 2283 Schmalfilmrollen. „Zehn Tage nach dem Aufruf in den Medien hatten wir bereits 400 Stunden Filmmaterial, damit haben wir nicht gerechnet“, sagte McFalls.

>> Hier geht es zur Open Memory Box.

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