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Allein gegen Hitler: Elser – Er hätte die Welt verändert

Burghart Klaußner (l) als Arthur Nebe und Johann von Bülow (M) als Heinrich Müller drängen Christian Friedel als Georg Elser in einer Szene des Kinofilms "Elser" ein Verhörprotokoll zu unterzeichnen
Burghart Klaußner (l) als Arthur Nebe und Johann von Bülow (M) als Heinrich Müller drängen Christian Friedel als Georg Elser in einer Szene des Kinofilms "Elser" ein Verhörprotokoll zu unterzeichnen
Bernd Schuller/Lucky Bird Pictures

Am 09. April 1945, kurz vor Ende des Krieges, wurde der wenig bekannte Hitler-Attentäter Georg Elser im KZ Dachau ermordet. Sein Film kommt auf den Tag genau 70 Jahre später ins Kino. Nicht zu spät, um den Zuschauer zu offenen Augen und zu Zivilcourage zu inspirieren.

Die Protokollführerin hat den Raum verlassen und im Flur des „Justizgebäudes“ Platz genommen. Die Dame hat sich in ein Buch vertieft, während aus dem Verhörraum die Schmerzensschreie eines Folteropfers gellen. Man sollte meinen, dass die Ohrenzeugin bei jedem Laut unwillkürlich zusammenzuckt. Aber das tut sie nicht. Offensichtlich ist sie die Grausamkeiten gewohnt.  

Der Mann, der hinter der Tür Höllenqualen erleiden muss, ist Georg Elser (Christian Friedel). Der schwäbische Schreiner hatte das Ungemach, das vom Naziregime ausgeht, schon beizeiten kommen sehen. Und er war gewillt, die Initiative zu ergreifen. In akribischer Kleinarbeit hat der unbescholtene, lebensfrohe Mann eine Bombe konstruiert und strategisch günstig im Münchner Bürgerbräukeller platziert. Hier wird Hitler am 08. November 1939 eine Rede halten, umgeben von den wichtigsten Köpfen seines Regimes. Die Bombe explodiert pünktlich und die Zerstörung ist gewaltig. Seine Flucht hat Elser allerdings weniger gründlich geplant. Als er an der Grenze zur Schweiz festgenommen wird, trägt er eine Menge belastendes Material bei sich. Hitler überlebt das Attentat, 13 Minuten vor der Explosion hat er den Saal außerplanmäßig verlassen. Unter den acht Todesopfern befindet sich auch eine Aushilfskellnerin und junge Mutter.

Jeder kennt die Geschwister Scholl und Claus Schenk Graf von Stauffenberg, die den Widerstand gegen das Naziregime wagten. Vielleicht ist der Name Georg Elser vergleichsweise unbekannt, weil er ein kleiner Mann aus dem Volke war, der schon sehr frühzeitig Lunte roch und seinem Gewissen entsprechend handelte. Das lässt die große, schweigende Masse der Mitläufer in einem denkbar schlechten Licht erscheinen. Regisseur Oliver Hirschbiegel („Der Untergang“) ehrt Elser mit einem aufwühlenden Film, der eindrucksvoll zeigt, wie sich das Unheil in Deutschland schleichend anbahnte, während man sich im Biergarten Wein, Weib und Gesang hingab. Die Rekonstruktion der Ereignisse stützt sich auf die neuesten Forschungsergebnisse. Aus dem Privatleben Elsers ist allerdings nach wie vor wenig bekannt. Hier nimmt sich die Geschichte einige Freiheiten, die sich aber stimmig und plausibel ins große Bild einfügen.

Verleih: NFP / TOBIS
Bundesstart: 09. April 2015
Genre: Historisches Drama

Mehr Infos unter: www.elser-derfilm.de
 

Wertung

Anspruch: 3
Spannung: 3
Action: 2
Humor: 0
Erotik: 0

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