TEURE MORAL-FIBEL

ARD zahlte 120.000 Euro für Framing-Manual

Das umstrittene Handbuch der ARD, in dem Formulierungen über die Herrlichkeit des öffentlich-rechtlichen Rundfunks vorgegeben wurden, hat erhebliche Mengen Gebührengeld verschlungen.
Jürgen Mladek Jürgen Mladek
Die ARD leistet sich einen teuren Ratgeber für schöne Formulierungen.
Die ARD leistet sich einen teuren Ratgeber für schöne Formulierungen. Soeren Stache
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Hamburg.

„Unsere freie, gemeinsame ARD”, der „Gemeinwohlsender” und die böse „Profitzensur” privater Verlage – so und ähnlich sollen die Führungskräfte der öffentlich-rechtlich finanzierten ARD über ihre Anstalt reden. Und niemals sollen sie darüber sprechen, dass man für dieses „Bürgermedium” Gebühren bezahlen muss.

Mit einer wahren Flut schönfärberischer Vokabeln wird in einer nur für den internen Gebrauch angefertigten Broschüre der Sprachwissenschaftlern Elisabeth Wehling den Verantwortlichen wieder und wieder eingehämmert, wie wundervoll die ARD ist und wie moralisch verkommen man sein muss, den Sender und/oder seine Finanzierung zu kritisieren.

ARD nennt erst auf erheblichen Druck hin die Kosten

Seit über einem Jahr ist das Dokument bei der ARD im Umlauf – allerdings geheim. Vergangene Woche sickerte seine Existenz durch. Allerdings verweigerte die ARD die Herausgabe, auch eine entsprechende Anfrage des Nordkurier wurde negativ beschieden. Dann veröffentlichte das Internetportal netzpolitik.org das Dokument. Seitdem kann sich jeder ungehindert über seinen Inhalt informieren. Geheim blieben nur noch die Kosten, über die der Nordkurier ebenfalls Auskunft gefordert hatte.

Unter dem wachsenden öffentlichen Druck entschloss sich die ARD jetzt offensichtlich, endlich für Transparenz zu sorgen. In einer Mail an den Nordkurier bezifferte das Generalsekretariat der ARD diese jetzt auf 120000 Euro.

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Kommentare (1)

Letztlich geht es bei diesem Manual darum, die Gebührenzahler bewusst zu manipulieren, dass diese freiwillige Abonnenten des aufgeblähtesten ÖR aller Zeiten seien.