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Auf musikalischer Fahrt mit der Linie S1

Miguel, ein Barmbeker Jung und das Mädchen aus gutem Blankeneser Haus: Mittelpunkt des Musicals ist eine Liebesgeschichte.             
Miguel, ein Barmbeker Jung und das Mädchen aus gutem Blankeneser Haus: Mittelpunkt des Musicals ist eine Liebesgeschichte.  
Georg Wendt

Von Blankenese über die Reeperbahn bis zum Flughafen Fuhlsbüttel. Hamburg-Feeling pur. Das neue Musical „Linie S1“ feierte Premiere.

Hamburg hat ein neues Musical: Die „Linie S1“ mit Songs von Hans Albers über Tocotronic bis Udo Lindenberg feierte am Sonntagabend eine umjubelte Premiere im St.-Pauli-Theater auf der Reeperbahn. Die musikalische Reise zeigt unterschiedliche Seiten der Hansestadt und die Menschen, die hier leben – von Obdachlosen bis reichen Kaufleuten, von Kiez-Originalen und Menschen, die ihr Glück suchen.

Im Mittelpunkt steht die Liebesgeschichte zwischen dem Barmbeker Jung mit spanischen Wurzeln, Miguel (Luk Pfaff), und Luna, einem Mädchen aus gutem Blankeneser Haus (Anneke Schwabe). Neben den beiden Hauptdarstellern sorgen neun weitere Schauspieler und vier Tänzer in rund 70 verschiedenen Rollen für viel Abwechslung und amüsante Unterhaltung.

Regie führte Intendant Ulrich Waller, der auch das Buch mit Markus Busch schrieb. Eine sechsköpfige Band präsentierte die Songs von Hamburger Musikern, arrangiert von Matthias Stötzel.

Mit einfachen Mitteln erzeugen Waller und sein Team unterschiedliche Situationen und Stimmungen: ein Video aus dem Cockpit der S-Bahn im Hintergrund, davor ein paar S-Bahnstuhlreihen – und schon sind wir unterwegs nach Blankenese. Das Rathaus und die Alsterfontäne, davor eine Holzbank – und schon am Jungfernstieg.

Egal, ob Penner oder Trophy-Wife, St.-Pauli-Fan oder Senator, jeder bekommt sein Fett weg und die Zuschauer amüsieren sich köstlich über den St.-Pauli-Fan, der nicht weiß, dass Uwe Seeler beim HSV gespielt hat oder die Putzfrau, die sich über den Dominique Strauss-Kahn von der Elbchaussee lustig macht.

Doch das Beste ist die Musik: Sei es Udo Lindenbergs „Reeperbahn“ oder die St-Pauli-Hymne „You‘ll Never Walk Alone“ von Gerry & The Pacemakers, Samy Deluxe’ „Hamburg“ oder Tocotronic mit „Aber hier leben, nein danke“. Neben einem bezaubernden „Zwischen Hamburg und Haiti“ von Hans Albers, gesungen von Peter Franke, überzeugen musikalisch vor allem die beiden Hauptdarsteller Anneke Schwabe und Luk Pfaff.