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Black Mass

Hat sich mit einer eindrucksvollen Darstellung zurück gemeldet: Johnny Depp bei der Premiere seines neuen Films "Black Mass" in London.
Hat sich mit einer eindrucksvollen Darstellung zurück gemeldet: Johnny Depp bei der Premiere seines neuen Films "Black Mass" in London.
WILL OLIVER

Was für ein Comeback: Johnny Depp brilliert als Charakterdarsteller im Mafia-Thriller "Black Mass". Nicht nur Depps Äußeres verblüfft.

Bauch und Glatze - Johnny Depp ist im Kinofilm "Black Mass" kaum zu erkennen. Wichtiger als die äußere Erscheinung aber ist die Gestaltungskraft, mit der er auftrumpft: mit kleinen gestischen Mitteln, die er scharf konturiert, entwickelt Depp ein nuanciertes Charakterporträt von James "Whitey" Bulger.

Bulger avancierte in den 1970er Jahren in Boston zu einem der erfolgreichsten Verbrecher der USA. So weit brachte er es vor allem aus einem Grund: Er arbeitete mit dem FBI zusammen. Die Informationen, die er lieferte, halfen den Gesetzeshütern, einige Mafiosi auszuschalten. Die Informationen aber, die er bekam, halfen Bulger, ein Imperium des Bösen zu errichten - er wusste Bescheid über die konkurrienden Verbrecher.

Berechenbare Handlung

Der Kinofilm zum Tatsachenroman "Black Mass: The True Story of an Unholy Alliance Between the FBI and the Irish Mob" von Dick Lehr und Gerard O'Neill setzt insbesondere auf die Ausstrahlung von Johnny Depp. Depp denunziert Bulger nicht eindimensional als brutalen Machtmenschen, sondern lässt verschiedene Facetten des Mannes mit dem sicheren Instinkt für den Erfolg schmutziger Geschäfte aufblitzen. Neben Johnny Depp zeigt Joel Edgerton ("Zero Dark Thirty") sein Können. Er verkörpert überzeugend jenen FBI-Agenten, der die Zusammenarbeit mit dem Verbrecher aufbaut und für die eigene Karriere nutzt.

Die Handlung des Films von Regisseur Scott Cooper bleibt über weite Strecken eindimensional, wirkt recht berechenbar. Trotz visuellen Aufwands rührt die Spannung vor allem von den Schauspielern her - denn die sind durchweg großartig, allen voran Johnny Depp.