WENIGER PRODUKTION

Corona-Jahr bringt Rückschlag für Filmland MV

Die Corona-Pandemie hat mehr als einem Filmprojekt, das dieses Jahr in Mecklenburg-Vorpommern gedreht werden sollte, einen Strich durch die Rechnung gemacht. Ein Rückschlag für den Drehort MV. Für 2021 sind die Hoffnungen umso größer.
dpa
Die Film Commission Mecklenburg-Vorpommern, die Produktionen bei der Suche nach Drehorten und Personal unterstützt, verze
Die Film Commission Mecklenburg-Vorpommern, die Produktionen bei der Suche nach Drehorten und Personal unterstützt, verzeichnete dieses Jahr 21 im Land gedrehte abendfüllende TV-Filme, Serien und Kinofilme nach 29 im Jahr davor. Stefan Sauer
Schwerin.

Die Corona-Pandemie hat den Nordosten als Filmland zurückgeworfen. Die Film Commission Mecklenburg-Vorpommern, die Produktionen bei der Suche nach Drehorten und Personal unterstützt, verzeichnete dieses Jahr 21 im Land gedrehte abendfüllende TV-Filme, Serien und Kinofilme. „Die Anzahl der Drehtage belief sich auf 283, was wir angesichts der Corona-Komplikationen als beachtlichen Erfolg empfinden”, sagte Antje Naß von der Commission auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur. Im Vergleich zum Vorjahr ist es dennoch ein Rückgang: 2019 waren 308 Drehtage gezählt worden, neun mehr als 2018. Die Zahl der Produktionen war von 22 auf 29 gestiegen.

Zeitweise ging 2020 gar nichts an den Filmsets und wenn gedreht werden konnte, dann unter strikten Hygieneauflagen. Allerdings spülte das Virus auch eine Produktion nach Mecklenburg-Vorpommern, die an exotischeren Ufern spielen sollte: Die ZDF-Produktion „Kreuzfahrt ins Glück” mit Florian Silbereisen als Kapitän konnte coronabedingt nicht wie geplant in der Karibik drehen und steuerte stattdessen Heiligendamm, Bad Doberan und Kühlungsborn an. Küssen durfte dabei wegen Corona vor der Kamera nur, wer auch privat ein Paar war.

Zwei bis drei Folgen für beliebte Serien wie "Polizeiruf 110" oder "Praxis mit Meerblick"

Vor allem der öffentlich-rechtliche Rundfunk zog seine Produktionen trotz Corona-Einschränkungen durch: Für beliebte TV-Serien, wie „Polizeiruf 110”, „Ella Schön”, „Soko Wismar” und „Praxis mit Meerblick”, seien jeweils zwei bis drei neuen Folgen gedreht worden, sagte Naß. Von der „Soko Wismar” gebe es dieses Jahr bereits die 18. Staffel.

Einen Star des deutschen Films brachte mit Charly Hübner die Produktion „Für immer Sommer 90” für mehrere Drehtage nach Mecklenburg. Geplanter Serienstart war am 23. Dezember in der ARD Mediathek, den Film will das Erste am 6. Januar 2021 zur besten Sendezeit um 20.15 Uhr zeigen.

Als nächstes Dreharbeiten für „Muxmäuschenstill 2 – Die Kreuzbergritter” geplant

Stolz ist Naß vor allem auch auf den Dreh von „Niemand ist bei den Kälbern” nach dem gleichnamigen Roman von Alina Herbing. „Während des Drehs konnten zahlreiche Filmschaffende und Dienstleister aus MV vermittelt werden”, sagte Naß. „Insgesamt drehte das Team für den vom Land geförderten Film 15 Tage in unserem Bundesland – und das unter schwierigsten Corona-Auflagen.” Als nächstes sind im Nordosten Dreharbeiten für den Kinospielfilm „Muxmäuschenstill 2 – Die Kreuzbergritter” geplant. „Eine intensive Komparsen- und Darstellersuche läuft derzeit. Drehbeginn ist dann im Januar 2021, wenn es nach Plan läuft”, so Antje Naß.

Für das nächste Jahr ist sie optimistisch, auch wegen der neuen, verstärkten Filmförderung des Landes. Das Gremium der MV Filmförderung GmbH bewilligte Mitte Dezember Zuschüsse in Höhe von 1,2 Millionen Euro. Aus 29 Förderanträgen wurden laut Staatskanzlei unter anderem vier Dokumentar- und vier Spielfilmprojekte ausgewählt. Unter anderem soll mit finanzieller Unterstützung des Landes im kommenden Jahr auf Rügen eine Episode aus dem DDR-Kinderbuchklassiker „Alfons Zitterbacke” verfilmt werden. Das Geld der Filmförderung MV muss im Nordosten ausgegeben werden.

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Kommentare (1)

Warum wird das Geld der Bürger für Fimsubventionen verschleudert. Gibt es keine drigenderen Bedürfnisse im Land?