WOLFGANG LIPPERT WIRD 65

Der Gottschalk des Ostens

Erst schaffte er es in die DDR-Hitparade. Dann ließ er kein TV-Format aus – ob Talkshow, Kindersendung oder Abendshow. Außerdem ist Wolfgang Lippert begeisterter Schauspieler. Auch im Rentenalter bleibt die Bühne sein Metier.
dpa
In den 90er-Jahren gab es mehrere private Tiefschläge: Der Entertainer fiel auf mehrere Betrüger herein und musste Privatinsolvenz anmelden.
In den 90er-Jahren gab es mehrere private Tiefschläge: Der Entertainer fiel auf mehrere Betrüger herein und musste Privatinsolvenz anmelden. Jan Woitas
Berlin.

Ganz am Anfang war er Automechaniker. Dann wurde der quirlige Berliner Sänger, Showmaster und Schauspieler. Das Multitalent aus dem Osten hatte große Erfolge, manchen Neider und holte sich auch manche blaue Flecken. Wolfgang Lippert ist über alle Jahrzehnte immer eines geblieben: eine Frohnatur. Am 16. Februar wird er 65.

Der Mann aus Berlin-Köpenick wurde nach einem Fachschulstudium zum Sänger 1983 schlagartig bekannt: Mit dem Hit „Erna kommt“ des Erfolgs-Komponisten Arndt Bause. Zeitgleich moderierte Lippert seine erste TV-Show, die Kindersendung „He Du“. Die Karriere im DDR-Fernsehen verlief rasant: 1984 bekam Lippert seine erste abendfüllende Show „Meine erste Show“, kurz danach die Samstagabendshow „Glück muss man haben“. Auf seiner Homepage heißt es heute: „In der DDR war er in den Achtzigern so populär wie Thomas Gottschalk im Westen.“

1992 dann der absolute Höhepunkt: Lippert übernahm von Thomas Gottschalk die ZDF-Show „Wetten, dass..?“. Mancher Kritiker setzte ihm zunächst mächtig zu: Einigen lachte Lippert zu laut, anderen fehlte der Witz. Nach nur einem Jahr servierte das ZDF den Ost-Entertainer ab, weil Gottschalk von RTL zurückkehrte und seine alte Show wieder übernahm.

Seit 2000 spielt Lippert bei den Störtebeker-Festspielen mit

In den 90er-Jahren gab es mehrere private Tiefschläge: Der Entertainer fiel auf mehrere Betrüger herein und musste Privatinsolvenz anmelden. Auch der Kauf eines Kiez-Kinos brachte ihm kein Glück.

Der Showmaster ist auch Schauspieler. Die DDR-TV-Legende Herbert Köfer (95) holte ihn etwa 2001 für „Eine total verrückte Entführung“ auf die Bühne des Volkstheaters Hansa in Berlin-Moabit. Seit 2000 spielt Lippert bei den Störtebeker-Festspielen auf Rügen mit. Dieses Jahr ist er bei der 25. Auflage der Festspiele wieder mit dabei.

Bei seinem Heimatsender, dem Mitteldeutschen Rundfunk (MDR), moderiert „Lippi“ derzeit einen Rückblick auf den DDR-TV-Hit „Ein Kessel Buntes“. „Wir sind glücklich über die hohe Quote und die gute Akzeptanz“, sagt er über seinen Job bei der „schönen Vintage-Retro-Show“.

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