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Der kleine Medicus

Lilly (l) und Nano in der Kapsel beim Kampf gegen den Gobot im Körper von Opa Erwin.
Lilly (l) und Nano in der Kapsel beim Kampf gegen den Gobot im Körper von Opa Erwin.
Senator Entertainment AG

Herbert Grönemeyers Bruder, Prof. Dietrich Grönemeyer, hat ein Kinderbuch geschrieben, das Bau und Funktionsweise des menschlichen Körpers auf abenteuerliche Weise zeigt. Nun hat „Der kleine Medicus“ in animierter Form seinen Weg auf die große Leinwand gefunden.

Der 12-jährige Nano ist körperlich ein wenig zu kurz gekommen, was ihm in der Schule regelmäßig die Opferrolle beschert. Selbst Klassenkameradin Lilly sucht nur Nanos Nähe, weil sie dringend Nachhilfe benötigt. Der Junge hat aber neuerdings ganz andere Sorgen. Sein Großvater Erwin wurde von dem ebenso größenwahnsinnigen wie perfiden Professor Schlotter instrumentalisiert. Ein implantierter Miniroboter zwingt den Opa zu einem äußerst seltsamen Gebaren. Da ist guter Rat teuer. Oder doch nicht? Der seriöse Wissenschaftler Dr. X verfügt über eine neue Technologie, die es ermöglicht, die Größe von Lebewesen und Gegenständen extrem zu verändern. Nano, Lilly und ein Weggefährte der sehr speziellen Art nutzen diese Chance. Sie lassen sich samt Raumschiff schrumpfen und schauen sich den Erwin bald von innen an, um den Schaden an Ort und Stelle zu beheben.

Es dauert eine ganze Weile, bis sich die Helden der Geschichte auf die Spuren von Dennis Quaid und Meg Ryan und deren „Reise ins Ich“ begeben. Manch ein kleiner Popo wird dann schon unruhig auf dem Kinosessel herumrutschen. Regisseur Peter Claridge hat bislang u.a. für „Aktenzeichen XY ungelöst“ mehrere Missetaten nachgestellt und den semidokumentarischen Fernsehfilm „Der Raketenmann - Wernher von Braun und der Traum vom Mond“ inszeniert. Von Hause aus ist der Brite Experte für Spezialeffekte. Das erstaunt, fällt Claridges Animationsfilm in dieser Hinsicht doch relativ zurückhaltend aus. Natürlich kann die Animation nicht mit dem Standard von Pixar und Co. mithalten, die für ihre Werke ein exponentiell höheres Budget zur Verfügung haben. Trotzdem ist gerade die Gestaltung der virtuellen Kulissen größtenteils gut gelungen, während den Handlungsträgern etwas seltsam Holzschnittartiges anhaftet. Der sensibel-didaktische Ansatz und damit der Charme der Buchvorlage schlagen sich nur teilweise auf der Leinwand nieder. Das Abenteuer Lernen wartet in erster Linie auf sehr junge Kinofreunde.

Wertung:
Anspruch: 2
Spannung: 3
Action: 3
Humor: 2
Erotik: 0

 

Verleih: Senator / Central       
Bundesstart: 30. Oktober 2014      
Genre: Trickfilm

Mehr Infos unter: www.der-kleine-medicus-film.de/kinofilm

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