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Deutsche lieben Musicals und Besuche im Zoo

Laut Umfrage gehören bei den Deutschen Open-Air-Events und Zoos zu den beliebtesten Freizeitattraktionen.
Jens Wolf

Freizeitanlagen sind bei den Deutschen laut einer Studie sehr beliebt. Doch die Bevölkerung wird immer älter, Veränderungen stehen an.

Musicals oder Events unter freiem Himmel stehen bei den Deutschen als Freizeitaktivität besonders hoch im Kurs. Dies geht aus einer repräsentativen Umfrage der Stiftung für Zukunftsfragen zu den beliebtesten Freizeitattraktionen der Deutschen hervor, die am Donnerstag in Hamburg veröffentlicht wurde. Hierfür hat die Stiftung nach eigenen Angaben repräsentativ mehr als 2000 Menschen ab 14 Jahren in verschiedenen Teilen Deutschlands im April dieses Jahres befragt.

Demnach schneiden Open-Air-Events und Musicals auf einer Skala von 1 bis 5 – begeistert bis enttäuscht – durchschnittlich mit jeweils 1,5 am Besten ab. Mehr als drei von fünf Familien (61 Prozent) besuchten in den vergangenen zwölf Monaten einen Zoo oder Tierpark. Auch Freizeitparks (52 Prozent) oder Erlebnisbadelandschaften (42 Prozent) lagen als Ausflugsziele in der Gunst von Eltern und Kindern weit oben.

„Menschen wollen in eine heile Welt eintauchen“

Doch nicht nur Familien teilen das Faible für künstliche Welten. So scheinen Freizeitanlagen die Deutschen über die Grenzen von Alter, Geschlecht oder Einkommen hinweg zu faszinieren. Auch kinderlose Paare, Singles, Jungsenioren oder Ruheständler würden sich für Erlebnisbäder, Zoos, Freizeitparks, Science Center oder Mitmachmuseen ähnlich begeistern. Allerdings übten 30 Prozent der Befragten Kritik an Geschäftemacherei solcher Einrichtungen. Bei einer ähnlichen Umfrage vor 15 Jahren hatten das nur 21 Prozent bemängelt.„Auch in Zeiten von Krisen boomen Freizeitwelten nach wie vor“, sagte der wissenschaftliche Leiter der Studie, Prof. Ulrich Reinhardt. „Menschen suchen ein Stück vom Glück und wollen in eine heile Welt eintauchen.“

Eine Herausforderung sei jedoch, dass die Anlagen künftig aufgrund gesellschaftlicher Veränderungen stärker auf ein älteres und kinderloses Publikum zugeschnitten werden müssten, sagte der Forschungsleiter weiter. „Die Zeiten von höher, schneller, weiter haben ihren Höhepunkt erreicht – wenn nicht sogar überschritten“, sagte Reinhardt.