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"Die Liebe seines Lebens"

Colin Firth als Schotte Eric Lomax und Nicole Kidman als Krankenschwester Patti im Kinofilms "Die Liebe seines Lebens - The Railway Man.
Colin Firth als Schotte Eric Lomax und Nicole Kidman als Krankenschwester Patti im Kinofilms "Die Liebe seines Lebens - The Railway Man.
Jaap Buitendijk/Koch Films GmbH

Eric Lomax ist traumatisiert. Im Zweiten Weltkrieg nehmen die Japaner den Briten gefangen und quälen ihn bis aufs Blut. Jahrzehnte später steht Lomax vor der Wahl: Will er Vergebung oder Rache? Die Antwort im Drama "Die Liebe seines Lebens" mit Nicole Kidman und Colin Firth.

"Die Liebe seines Lebens" - ein Filmtitel, der große Gefühle und Leidenschaft verspricht. Aber sicher nicht die tragische Suche eines ehemaligen britischen Soldaten nach dem Mann, der ihn während seiner Kriegsgefangenschaft im Zweiten Weltkrieg in Japan bis aufs Blut gepeinigt hat. Colin Firth und Nicole Kidman spielen ein ungleiches Paar, dessen Ehe geprägt ist von einem großen Schweigen. Die Erlebnisse in der Gefangenschaft verfolgen Eric Lomax bis heute, aber darüber reden kann er nicht. Doch irgendwann kann er seine Ängste und verdrängten Gefühle nicht mehr ignorieren. Er fährt nach Japan, auf der Suche nach den Schrecken seiner Vergangenheit.

Viele Rückblenden erzählen, wie der britische Militärfunker Lomax in die Hände der Japaner gerät, die ihn beim Bau einer berüchtigten Todeseisenbahn durch Thailands Dschungel schuften lassen. Eine Hölle auf Erden, die viele Gefangene das Leben kostet. Mit seinen Freunden baut Lomax ein Radio, um Kontakt mit der Außenwelt zu bekommen. Doch sie fliegen auf und werden bestraft: gefoltert, geschlagen, bei Hitze und ohne Wasser in winzige Käfige eingesperrt. Nach dem Krieg ist Lomax frei - doch das Trauma bleibt. Das merkt auch seine Frau Patti, die sein Geheimnis erforschen will. Eines Tages erfährt sie, dass der japanische Offizier, der ihn am schlimmsten gepeinigt hat, noch am Leben ist. Als Lomax nach Thailand reist, um seinen Peiniger zu treffen, ist er hin- und hergerissen. Will er Rache oder Vergebung?

Der Film basiert auf der Autobiografie von Eric Lomax, in der er seine schmerzhaften Erinnerungen an seinen Einsatz als Soldat im Fernen Osten schildert. Glaubwürdig zeigt Firth, wie sich dieser traumatisierte Mann durchs Leben schlägt - ferngesteuert, überaus vorsichtig und völlig entfremdet von seinen wahren Gefühlen. Statt für Zwischenmenschliches interessiert er sich für Eisenbahnen, Fahrpläne, Streckennetze. Daher auch der Originaltitel "The Railway Man" - Der Eisenbahn-Mann. Hier ist alles genau planbar, vorgegeben, geradlinig.

Abgesehen vom missglückten deutschen Filmtitel ist "Die Liebe seines Lebens" ein durchaus spannendes und bewegendes Drama über Leid, Rache und die heilende Kraft von Vergebung. Mit gedämpften Farben und leisen Einstellungen schafft Regisseur Jonathan Teplitzky eine beklemmende Atmosphäre, nicht zuletzt wegen der eindringlichen Darstellung von Colin Firth als traumatisiertem Kriegsveteranen und seinem jungen Alter Ego, hervorragend gespielt von Jeremy Irvine. Das Leben des alten Lomax ist so grau und verhalten, wie seine Gefühlswelt. Der junge Soldat dagegen steckt voller Energie, ist aber viel zu sensibel für die grausame Kriegswirklichkeit.

Halt gibt dem Veteranen seine Frau Patti, die er über alles liebt. Zwei vorsichtige Menschen, die ihre Schüchternheit überwunden und sich ihre Liebe gestanden haben. Doch bald stößt diese Liebe an eine Grenze: Lomax hat einen Schutzwall um sich herum aufgebaut. Darin verbirgt er schlimmste Erinnerungen, Gedanken, Gefühle. Vorsichtig will Patti zu ihm vordringen, doch er weist sie wütend ab und bald zieht sie sich immer mehr zurück. Nicole Kidman spielt die Frau in dieser distanzierten Ehe äußerst glaubhaft, die ihrem Mann trotzdem weiter beisteht. Die schwerste Entscheidung muss Lomax aber ganz alleine treffen - ob er seinem Peiniger vergeben kann. Teplitzky hat sich die Auflösung dieser Frage für das Ende aufgehoben - und hier wird es dann doch ein bisschen kitschig.

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