MATTHIAS REIM

"Die Neubrandenburger feiern unfassbar laut!"

Es wird eine Riesenparty: Zwischen den Jahren steht Matthias Reim live in Neubrandenburg auf der Bühne. Dem Nordkurier hat er vorab ein großes Interview gegeben.
Matthias Reim gibt am 29. Dezember ein Konzert in Neubrandenburg.
Matthias Reim gibt am 29. Dezember ein Konzert in Neubrandenburg. Patrick Seeger
Neubrandenburg.

Weihnachten steht vor der Tür: Wer schmückt bei Matthias Reim den Tannenbaum?

Ich bin da wirklich nicht der Geschickteste. Ich hole den Baum und schmücken tut dann meine bezaubernde Lebensgefährtin.

 

Also ist das wie in vielen Familien Frauensache?

Ja, ich kann das wirklich nicht. Das lässt mich auch keiner machen. Bei mir würde das Lametta wahrscheinlich kreuz und quer hängen. Es gibt auch bei uns ein paar Dinge, die klassisch aufgeteilt sind. Fürs Rasenmähen bin ich selber beispielsweise verantwortlich, gerade eben habe ich auch den Zaun im Garten repariert. Die Cowboy-Jobs sind meine.

 

Sie haben sechs Kinder von fünf Frauen. Da stellt sich die Frage, wie Sie Weihnachten als Fest der Familie feiern.

Es ist de facto eigentlich unmöglich, meine ganze Familie zusammenzuholen. Bei mir ist open house. Wer Lust hat zu kommen, der kommt. Ich rechne dieses Jahr mit der Hälfte meiner Kinderschar.

 

Weihnachten gibt's Würstchen mit Kartoffelsalat

 

Gibt es bei Familie Reim ein traditionelles Weihnachtsessen?

Nein. Wir überlegen immer: Worauf haben wir Lust und was macht nicht allzu viel Arbeit.

 

Was gibt es dieses Weihnachten?

Würstchen mit Kartoffelsalat.

 

Lange hält es Sie auch nicht zu Hause nach dem Weihnachtsfest. Es geht gleich wieder auf Tour. Warum machen Sie sich schon so früh wieder auf die Socken?

Weil die Zeit zwischen Weihnachten und Silvester eine wunderschöne Zeit ist, um Konzerte zu spielen. Die meisten Menschen sind zu Hause, sie haben Ruhe. Spätestens ab dem zweiten Weihnachtsfeiertag fängt man an, sich zu langweilen. So ging es mir früher auch immer. Meistens regnet es, es ist trübe und grau und man hängt vor dem Fernseher. Das ist die ideale Zeit, um zu sagen, heute Abend machen wir was Schönes. Ein paar Bier trinken und ein Konzert anschauen. Deshalb mache ich auch in diesem Jahr wieder mein traditionelles Konzert in der Mercedes Benz Arena in Berlin. Da freuen sich schon meine Musiker und ich drauf, vor 8000 Zuschauern zu spielen.

 

Das Publikum ist locker drauf

 

Spüren Sie denn diese Laune der Besucher?

Ja, die Leute sagen sich, kommt, lasst uns feiern. Die sind locker drauf. Da kommen Besucher aus drei Gene-rationen, die ich 30 Jahre lang begleitet habe. Ich weiß, was die Leute von mir wollen – eine große Rundreise durch die Musik der letzten 30 Jahre. Die Konzerte zwischen den Jahren haben bei mir Tradition, und sie sind sehr erfolgreich.

Stehen Sie Silvester auch auf der Bühne?

Nein, nach Rostock geht es mit dem Flieger von Hamburg nach Zürich und dann bin ich abends zu Hause in dem Dorf Radolfzell am Bodensee, wo wir seit 2012 wohnen. Silvesterabend werde ich platt sein und einfach nur gemütlich im Sessel sitzen. Ich hatte ja zuvor Party – in Berlin, Neubrandenburg und Rostock.

In Neubrandenburg gastierten Sie schon öfter. Gibt es spezielle Erinnerungen an die Fans?

Die Neubrandenburger sind mir eine große Freude, weil ich weiß, dass sie unfassbar laut sind und massiv feiern. Wir werden wahrscheinlich künftig auch in Neubrandenburg so wie in Rostock und Berlin regelmäßigzwischen den Feiertagen auftreten.

 

„Konzerte sind meine große Liebe”

 

„MR 20“ lautet der Titel Ihrer neuen CD. Könnten Sie allein von Tonträgern überhaupt noch leben?

Das ist schwierig. Der Verkauf der CDs ist in den vergangenen Jahren stark zurückgegangen. Nimmt man neu produzierte Tonträger, verkaufe ich nur noch halb so viele CD wie vor zehn Jahren, der Rest wird übers Internet gestreamt. Damit haben alle Künstler ein großes Problem, weil wir weiter gehört, aber nicht mehr wirklich bezahlt werden. Deshalb ist es für mich auch ungeheuer wichtig, gute Konzerte zu geben. Davon lebe ich, das ist meine große Liebe und das ist für mich auch die Zukunft. Es gibt kaum etwas Schöneres, als um halb 8 Uhr ein Beruhigungsbier zu trinken, eine Zigarette zu rauchen und dann raus auf die Bühne zugehen. Ich sterbe vor Lampenfieber, aber ich liebe das Lampenfieber auch.

 

Die Aufregung und der Adrenalinschub sind doch aber auch wichtig, oder?

Klar. Für mich sind die Proben beispielsweise viel anstrengender und nervenaufreibender. Im Konzert wird man getragen von den Menschen, die kommen, um sich auch selbst zufeiern.

 

Sie gehen sehr offen mit Ihrer Vergangenheit um. Gestatten Sie noch zwei private Fragen: Ihr Bruder hatte ihnen vor zehn Jahren eine Million Euro geliehen, um Ihre Schulden zu bezahlen. Sie hatten versprochen, alles zurückzuzahlen. Haben Sie das schon geschafft?

Ja, das ist alles Geschichte. Ich hatte Glück, dass meine Fans die Alben nach wie vor annehmen und die Konzerte immer voller wurden. Dadurch konnte ich das relativ schnell erledigen. Das ist Ehrensache.

 

Auch erkältet auf die Bühne 

 

Wie geht es Ihnen gesundheitlich?

Sehr, sehr gut. Nach meiner Herzmuskel-Entzündung vor vier Jahren passe ich ein bisschen mehr auf. Ich mache regelmäßig Sport, achte ein bisschen auf die Ernährung, weil ich bei den Shows einfach fit sein will. Das letzte Berufsrisiko kann ich aber nicht ausschließen, eine Erkältung. Auch 3000 Neubrandenburger würden es mir übel nehmen, wenn ich sagen würde: Ich komme nächstes Jahr wieder, ich habe Schnupfen. Du kannst die Menschen nicht nach Hause schicken, du musst stehen, auch wenn du erkältet bist.

 

Was für ein Rezept haben Sie, wenn es am Morgen vor dem Konzert im Hals kratzt und die Nase läuft?

Ich mache gar nichts. Erstaunlicherweise geht es trotzdem immer. Ich werde allerdings noch nervöser und sage mir, ich möchte das nicht, ich muss stehen. Aber Endorphin und Adrenalin sind unheimliche Heilmittel. Wenn das Adrenalin kommt, ziehst du die Show durch. Danach wird es dir wahrscheinlich noch schlechter gehen, aber das Wichtigste ist erledigt.

 

„Ich freue mich auf Neubrandenburg”

 

Dann wünsche ich Ihnen eine schnupfenfreie Zeit bis zu den Konzerten.

Danke, ich freue mich auf Neubrandenburg.

 

Matthias Reim spielt am 28. Dezember in Berlin, am 29. Dezember in Neubrandenburg (Jahnsportforum) und am 30. Dezember in Rostock (Stadthalle).

Für das Konzert in Neubrandenburg verlosen wir fünf Mal zwei Freikarten. Senden Sie uns bis 19. Dezember eine Mail an: [email protected]

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