TAG DES MAUERFALLS

Die Veranstaltungen zum Mauerfall-Jubiläum im Norden

Am Samstag jährt sich zum 30. Mal der Tag des Mauerfalls. Die unerwartete Grenzöffnung am 9. November 1989 wird an mehreren Orten gefeiert.
dpa
Jubelnde Menschen sitzen am Tag des Mauerfalls auf der Berliner Mauer.
Jubelnde Menschen sitzen am Tag des Mauerfalls auf der Berliner Mauer. Archivbild / dpa
Schwerin.

Kurz nach Verkündung der Grenzöffnung am Abend des 9. November 1989 eilten DDR-Bürger auch im Norden zu den Kontrollstellen, um die unverhoffte Gunst zu nutzen und dem Westen einen ersten Besuch abzustatten. Mit einer Festveranstaltung in Dassow (Nordwestmecklenburg) erinnert die Landesregierung Mecklenburg-Vorpommerns am Samstag nun an das historische Ereignis, mit dem die deutsche Wiedervereinigung eingeleitet worden war.

Der Ort ist bewusst gewählt. Denn die Kleinstadt unweit der Ostsee liegt an der B105, über die sich im Herbst 1989 lange Autoschlangen gen Lübeck wälzten.

Wind und Freiheit, SOS und Eis: Eine Playlist zum Mauerfall.

Manuela Schwesig am Grenzübergang

Nach dem etwa zweistündigen Festakt in der Dassower Dornbuschhalle will sich Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) in der Nähe des früheren Grenzübergangs Schlutup mit ihrem schleswig-holsteinischen Amtskollegen Daniel Günther (CDU) treffen, um an den Mauerfall vor 30 Jahren zu erinnern. Schlutup war seinerzeit der nördlichste Grenzübergang, über den DDR-Bürger nach der Grenzöffnung in den Westen strömten.

Neben geladenen Vertretern des Landtags, von Verbänden und Organisationen werden auch interessierte Bürger am Festakt teilnehmen können. Dafür sind laut Staatskanzlei etwa 100 Plätze reserviert. Insgesamt würden rund 300 Gäste erwartet.

CDU im Kloster Zarrentin am Schaalsee

Parallel zum Festakt in Dassow begeht die CDU Mecklenburg-Vorpommerns das Mauerfall-Jubiläum zusammen mit den CDU-Landesverbänden von Schleswig-Holstein, Niedersachsen und Hamburg. Für die Veranstaltung im Kloster Zarrentin am Schaalsee, initiiert von CDU-Landeschef Vincent Kokert, haben auch der Kieler Ministerpräsident Günther, Niedersachsens Wirtschaftsminister Bernd Althusmann und die Hamburger CDU-Vizevorsitzende Anke Frieling ihr Kommen zugesagt. Gastredner wird der frühere Bundesminister Thomas de Maizière sein, der mehrere Jahre lang auch für die schwarz-rote Regierung in Schwerin tätig war.

Gottesdienst im Dom zu Ratzeburg

Die Kirchen im Norden erinnern mit einem ökumenischen Gottesdienst „Zur Freiheit befreit” am Samstagnachmittag im Dom zu Ratzeburg an die friedliche Revolution und den Fall der Mauer. Dazu eingeladen haben die Evangelisch-Lutherische Nordkirche und das katholische Erzbistum Hamburg.

Bei dem Gottesdienst sollen auch Zeitzeugen aus Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern zu Wort kommen. Zwischen Ratzeburg und Gadebusch war bei Mustin drei Tage nach dem Fall der Mauer ein zunächst provisorischer Grenzübergang eröffnet worden, um den einsetzenden Grenzverkehr bewältigen zu können.

Im Anschluss an den Gottesdienst werden den Kirchenangaben zufolge die Teilnehmer mit Kerzen in den Händen zum Marktplatz ziehen. Solche Lichterprozessionen hatte es vielfach auch im Wendeherbst 1989 in der DDR gegeben.

Festveranstaltung in Waren

Bereits am 16. Oktober hatte der Landtag Mecklenburg-Vorpommerns mit einer Festveranstaltung in Waren (Mecklenburgische Seenplatte) an die Friedliche Revolution von 1989 erinnert, die den Weg zu Mauerfall und deutscher Einheit ebnete. „Unser Leben wäre anders verlaufen, wenn damals nicht so viele so mutig gewesen wären”, hatte Schwesig in Waren gesagt.

Zudem wurde in mehreren Städten des Landes mit Gottesdiensten an die ersten Protestaktionen gegen die SED-Diktatur erinnert. Bei einer Gedenkveranstaltung im Schweriner Dom hatte der ehemalige Bundespräsident Joachim Gauck dazu aufgerufen, die vor 30 Jahren errungene Freiheit zu verteidigen und aktiv mitzugestalten.

Zentrale Feier in Berlin

Eine zentrale Feier zum 30. Jahrestag des Mauerfalls wird es am Samstag in Berlin in der Mauer-Gedenkstätte an der Bernauer Straße im Beisein von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier geben. Bei der Veranstaltung sollen den Angaben zufolge auch Rosen zum Gedenken an die Opfer abgelegt werden. Allein an der Berliner Mauer starben durch das DDR-Grenzregime nach wissenschaftlichen Erkenntnissen mindestens 140 Menschen.

Ende der deutschen Teilung

Mit dem Mauerfall vom 9. November 1989 ging die deutschen Teilung nach mehr als 28 Jahren zu Ende. Die überraschende Grenzöffnung hatte SED-Politbüromitglied Günter Schabowski am Abend des 9. November 1989 vorfristig vor der internationalen Presse in Ost-Berlin verkündet. „Das tritt nach meiner Kenntnis ... ist das sofort ... unverzüglich”, antwortete er auf eine Frage zum neuen DDR-Reisegesetz, nach dem private Besuche im Ausland ohne besondere Voraussetzungen möglich sein sollten. Die Pressemitteilung dazu war eigentlich erst für den nächsten Tag vorgesehen.

 

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