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Die vielen Pläne der Ute Freudenberg

Der DDR-Hit „Jugendliebe“ lässt sie – wie viele Menschen im Osten – nicht los. Doch die temperamentvolle Sängerin besingt auch andere Lebenssituationen, die jeder kennt.

Seit mehr als 40 Jahren begeistert Ute Freudenberg die Menschen mit ihren Songs. Ihr aktuelles Album „Alles Okay“ bietet einen Mix zwischen rockigen und leisen Tönen.
Michael Reichel Seit mehr als 40 Jahren begeistert Ute Freudenberg die Menschen mit ihren Songs. Ihr aktuelles Album „Alles Okay“ bietet einen Mix zwischen rockigen und leisen Tönen.

Die „Jugendliebe“ ist bei ihren Auftritten fast immer dabei – sogar, wenn Ute Freudenberg Chansons von Jacques Brel oder Edith Piaf singt. Auf diesen Hit warten die Zuschauer immer, erzählt die Sängerin. Nur bei Weihnachtskonzerten macht sie zur Enttäuschung der Zuhörer eine Ausnahme. Zu „Ave Maria“ passe es nun mal nicht.

Am Dienstag feiert die 1,59 große Freudenberg, die drei Oktaven mühelos bewältigt, ihren 60. Geburtstag. Sie verbringt ihn mit „lieben Freunden“ – wie seit 17 Jahren – in Sri Lanka. „In den fünf Wochen ohne Handy, bei langen Strandspaziergängen, Ayurveda und mit netten Menschen, hole ich mir Kraft für das ganze Jahr.“

2016 stehe zwar keine große Tournee mit der Band an, aber eine Liedertour, etliche Fernsehauftritte und die Arbeiten am neuen Album mit Schlagersänger Christian Leis. 2017 gehe es dann gemeinsam auf Tournee.


1984 der DDR den Rücken gekehrt

Als eine von wenigen Schlagersängern der DDR hat Ute Freudenberg den Sprung in das vereinte Deutschland geschafft.  „Wenn man als Künstler nicht mehr stattfindet, dann geht man“, begründete sie damals kurz und knapp den einschneidenden Entschluss, der DDR 1984 bei einem Gastspiel in Hamburg den Rücken zu kehren. Sie habe damals alles zurückgelassen: die Familie, ihren Mann, Weimar,
die Fans.

Ein späterer Auftritt auf dem Weimarer Zwiebelmarkt bleibt für sie unvergesslich. Die Menschen standen dicht an dicht, als sie „Jugendliebe“ anstimmte, Männer legten die Arme um ihre Frauen. „Die Menschen haben nach all den für viele katastrophalen ersten Jahren nach 1990 gemerkt, wie wertvoll die DDR-Musik war“, sagte sie 2012 zu ihrem 40. Bühnenjubiläum.