RAUBKUNST

Düsseldorf gibt von DDR enteignete Porzellanteller zurück

Die DDR verkaufte Kunst in den Westen, die im Zuge der Bodenreformen von ihren zumeist adligen Besitzern enteignet worden war. Die Stadt Düsseldorf hat einige solcher Stücke nun zurückgegeben.
dpa
Es handelte sich bei dem zurückgegebenen Stück um historisches Meißener Porzellan – sehr viel älter
Es handelte sich bei dem zurückgegebenen Stück um historisches Meißener Porzellan – sehr viel älter als dieses hier. Arno Burgi (dpa-Archiv)
Düsseldorf ·

Die nordrhein-westfälische Landeshauptstadt Düsseldorf hat erstmals ein Kulturgut zurückgegeben, das in der DDR unrechtmäßig entzogen worden war. Ein Meißener Porzellanteller mit Schmetterlingsdekor aus dem 18. Jahrhundert sei an die rechtmäßigen Erben gegeben worden, teilte die Stadt am Freitag mit. Das Objekt sei über die Sammlung Schneider in das Hetjens-Keramikmuseum gekommen. Ein Teil dieser Porzellansammlung war der Stadt 1974 gestiftet worden.

Die Stücke wanderten zuerst in DDR-Museen

Bei Untersuchungen fand das Restaurierungszentrum der Stadt rote Farbreste auf der Unterseite des Tellers, die als Rückstände einer Inventarnummer identifiziert wurden. Die Nummer sei 1951 bei den sogenannten Schlossbergungen in dem bei Leipzig gelegenen Schloss Schönwölkau aufgebracht worden. Ursprünglich gehörte das Schloss dem Grafen Vitzthum von Eckstädt. Im Zuge der Bodenreform vom 10. September 1945 war er enteignet worden. Zwischen 1945 und 1949 wurden Zehntausende Objekte bei solchen Aktionen in der damaligen sowjetisch besetzten Zone in ostdeutsche Museen und Depots gebracht. Viele Objekte wurden in den Westen verkauft, um Devisen zu beschaffen.

Im Jahr 2015 hatte den Angaben zufolge bereits der Freistaat Bayern, der den anderen Teil der Sammlung Schneider erhalten hatte, einen ersten Teller mit Schmetterlingsdekor aus dem damals beschlagnahmten Eigentum des Grafen zurückgegeben.

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