Volos unterwegs

:

Entspannungstherapie mit der Hand am Abzug

Mit der Pistole war es etwas lauter als mit dem Gewehr
Mit der Pistole war es etwas lauter als mit dem Gewehr.
Dominique Cirstea

Unsere Volontäre beschäftigen sich gerade mit den vier Elementen Wasser, Erde, Luft und Feuer. Sophia Brandt hat sich in an den Schießstand begeben – und es hat rums gemacht.

Es gibt eine Sache, die ich schon immer mal machen wollte. An den Schießstand gehen, das Korn in die Kimme legen und den Abzug ziehen – rums! Und das, obwohl ich sonst gar nichts mit Waffen zu tun habe. Was ich mir davon versprochen habe? Nervenkitzel und ein pures Abenteuer.

Genau so bin ich auch an die Sache herangegangen. Aber schnell stellte sich bei meinem Selbstversuch heraus, dass es hierbei um etwas ganz anderes geht ...

Nur wer sich komplett entspannt, seine Atmung kontrolliert und volle Konzentration aufbringt, trifft am Ende auch tatsächlich ins Schwarze. Also doch eher eine Entspannungstherapie!

Der beste Moment zum Abziehen

Daher wirkt auch Dirk Wrase tiefenentspannt. Er ist der Vorsitzende des Schützenvereins Greif Blumenthal in Ferdinandshof. Dort durfte ich auf der Kleinkaliber-Anlage zum ersten Mal eine richtige Waffe in die Hand nehmen. „Kaliber 22LFB“ – sagte mir erst einmal gar nichts.

Ich wusste nur, dass dort 50 Meter vor mir lagen, die es zu überwinden galt. Dirk Wrase erklärte mir nebenbei, wie ich meine Füße für einen festen Stand am besten hinstelle, wie ich die Waffe halten muss, damit sie sich am wenigsten bewegt und vor allem, wann ich den besten Moment zum Abziehen habe.

Jede kleine Bewegung zählte, ähnlich wie bei einem Fotoapparat mit maximalem Zoom. Zielen – und abdrücken! Bloß nicht verziehen! „Wenn man ausatmet, bewegt man sich am wenigsten“, erklärte Dirk Wrase. Ich hielt also einfach die Luft an. „Kann man machen, sollte man aber nicht zu lange“, sagte er und schmunzelte. Der erste Schuss fiel und landete etwas neben der Mitte. Ein guter Anfang!

Am Pistolenstand verließ mich kurz die Motivation

Weiter ging es am Pistolenschießstand. Darauf habe ich mich am meisten gefreut. Wer kennt es nicht aus jedem guten Western – der Revolver wird schwungvoll in der Hand gedreht, dann wird locker aus der Hüfte geschossen. Im Film geht das, im echten Leben kann man so aber kaum irgendwas treffen. Und das Nicht-Treffen, ja, das lernte ich recht schnell.

Im Gegensatz zum Kleinkaliber muss hier das Korn in die Kimme hinein, die Arme muss man dabei gestreckt halten. Dazu kommt der Krach. Bis zu 9 Millimeter Munition darf man auf der Bahn nutzen. Ich bekam eine Margolin 22 Millimeter in die Hand gedrückt.

Mein Fazit: Pistolen sind nichts für schreckhafte Leute, sonst traut man sich kaum abzuziehen. So war es auch bei mir. Getroffen hab ich die Scheibe fast gar nicht und das auf 25 Meter Entfernung. Ich dachte, der Ohrenschutz würde den Lärm dämpfen, doch für mich war es immer noch zu laut.

Nach vier Stunden ist man noch kein Waffenexperte

Als Letztes gingen wir dann noch an den Luftgewehr- und Luftpistolenstand. Ja, das war mein Element! Dort gefiel es mir am besten. Leichte Waffen, keine lauten Schüsse und viele Treffer auf zehn Meter gab es dort. „Das sind Waffen, die man auch so kaufen kann“, erklärte Dirk Wrase. 4,5 Millimeter stand auf der Munition. Jetzt konnte ich so langsam einschätzen, inwieweit Kaliber, Munition und Lärmpegel zusammenhängen.

Aber ganz ehrlich: Nach vier Stunden ist man noch lange kein Waffenexperte. Dafür bräuchte ich auf jeden Fall ein paar Übungseinheiten mehr. Wer eher auf Armbrust- und Bogenschießen steht, für den hat Dirk Wrase auch etwas. Außen gibt es nämlich noch eine Armbrust- und Bogenschießanlage – ein Unikat in der Region.

+++ Hier finden Sie weitere Beiträge der Reihe "Volos unterwegs" +++

Kommentare (1)

Und was haben diese Schießübungen bzw. die "Entspannungstherapie" jetzt mit den vier Elementen zu tun? Ich kann den Zusammenhang nicht erkennen.