Mauerfall-Jubiläum
Was vermissen Sie an der DDR - und was nicht?

Im Herbst 1989 hob sich der Eiserne Vorhang, die Berliner Mauer fiel und zwei getrennte, bis dato unversöhnliche deutsche Staaten machten sich auf den Weg zur Deutschen Einheit. (Bild aus dem Bildband „Die Ostdeutschen”.)
Im Herbst 1989 hob sich der Eiserne Vorhang, die Berliner Mauer fiel und zwei getrennte, bis dato unversöhnliche deutsche Staaten machten sich auf den Weg zur Deutschen Einheit. (Bild aus dem Bildband „Die Ostdeutschen”.)
Roger Melis

Im Jahr 30 nach dem Mauerfall will der Nordkurier an die Geschichte erinnern und deren Folgen untersuchen. Dafür ist auch Ihre Hilfe gefragt. Wir wollen wissen, was Sie seit 30 Jahren vermissen – und was nicht.

Das bedeutendste Ereignis der jüngeren deutschen Geschichte jährt 2019 sich zum 30. Mal. Im Herbst 1989 hob sich der Eiserne Vorhang, die Berliner Mauer fiel und zwei getrennte, bis dato unversöhnliche deutsche Staaten machten sich auf den Weg zur Deutschen Einheit. Ein Grund zur Freude und ebenso einmal mehr Anlass zur Zwischenabrechnung.

Was 1989 und seither geschehen, geglückt, geschafft ist oder auch verpasst wurde – um Fragen wie diese geht es in unserer Serie „Wir im Osten“. Zunächst wurde in der Nordkurier-Redaktion diskutiert, das Motto „Wir Ostdeutschen“ zu wählen, dann aber beschlossen, den Blickwinkel zu weiten auf das Land und die Menschen, die dort leben, unabhängig davon, aus welcher Himmelsrichtung sie kommen und gekommen sind. Zumal ja zuletzt wieder einmal hart gefeilscht wurde um die Frage, wer und wie überhaupt der „Ostdeutsche“ ist, und ob im Jahre 30 nach der Wende nicht endlich Schluss sein sollte mit den Unterscheidungen in Ost und West.

Gibt es eine ostdeutsche Mentalität?

Ist die Antwort auf diese Frage womöglich abhängig vom Geburtsjahrgang? Gibt es eine ostdeutsche Mentalität und wenn ja, worin besteht sie und wo zeigt sie sich? Wenn auf der Straße vermeintlich das Abendland gerettet werden muss? Am Stammtisch? In der Tatsache, dass in vielen Chefetagen Ostdeutsche kaum eine Rolle spielen? Oder in der Wahlkabine? Wenn beispielsweise am 26. Mai und 1. September über das Europäische Parlament beziehungsweise den Brandenburgischen Landtag zu entscheiden ist? In den kommenden Monaten werden sich Nordkurier-Reporter auf die Suche nach Antworten begeben.

Eine Antwort gibt Mathias Bertram, Herausgeber des Bildbandes „Die Ostdeutschen“ mit Bildern des Fotografen Roger Melis: „Ostdeutsch zu sein, heißt nicht weniger, aber auch nicht mehr, als dass man einen wesentlichen Teil seines Lebens unter den Bedingungen des realen Sozialismus im Osten Nachkriegsdeutschlands verbracht hat”, sagte Bertram im Nordkurier-Interview. „Stasi-Chef Erich Mielke war in diesem Sinne genauso ostdeutsch wie die Leute, die er bespitzeln ließ, und die allein stehende Fabrikarbeiterin im Schichtdienst ebenso wie die kosmopolitisch gesinnten Intellektuellen in Berlin.”

+++ Das ganze Interview lesen Sie hier (Premium) +++

Zudem sind Sie, liebe Leser und Leserinnen, nach Ihrer Meinung gefragt. Schildern Sie uns Ihre Ansichten und Erfahrungen! Außerdem wüssten wir gern kurz und knapp: Was haben Sie am wenigsten und was am meisten vermisst in den vergangenen drei Jahrzehnten. Schreiben Sie uns dazu per Mail an leserbriefe@nordkurier.de oder Nordkurier, Leserbriefredaktion, Friedrich-Engels-Ring 29, 17033 Neubrandenburg. Stichwort „Wir im Osten“.

Kommentare (8)

... weggewählten Staat? Wer hier was vermisst, vermisst mindestens dessen politische Ordnung, auf dessen Grundlage alles andere aufgebaut war. Die Frage "Was vermissen Sie an der DDR" ist der deutschen Sprache noch grammatikalische Schüler-Übungsform. "Was vermissen Sie aus/von der DDR" ist richtiges deutsch.

müssen nicht zwangsläufig dem gleichen Prädikat zugeordnet werden.

Das Deutsch.

Die Liebe zum eigenen Land zu beispiel . Das Menschliche miteinander. Früher half jeder jeden so gut er konnte. Heutzutage ist jeder auf seinen eigenen vorteil bedacht und kümmert sich null um andere. Den Duft von nachreifenden Bananen und die somit immer stärker werdende vorfreude sie bald Essen zu dürfen. Die schöne Heimatstadt die nach dem Mauerfall immer hässlicher wurde. Und der wenige Verpackungsmüll den wir Produziert haben !!! Mir fehlte es an nichts! Meine eltern hatten Arbeit und wir konnten von dem Geld gut leben. Ich hatte eine schöne Kindheit in der DDR.

Alle hatten Arbeit, wie viele, waren in der Produktion ?. Früher fragt, man haben sie dies und das, und unter dem Ladentisch, war alles gestapelt, heute sagt man nicht mehr , einkaufen gehen.

Das einzigste was die Wende gebracht hat ist die Beseitigung der Mangelwirtschaft. Wer Arbeit und somit auch Geld hat , kann sich alles , oder vieles Leisten. Der überwiegende Teil der Bevölkerung gehört nicht zu den Gewinnern der Wende. Reisefreiheit, okay wer Geld hat. Mir hat es an nichts gefehlt in der DDR, zum Reisen hatte ich eh keine Zeit, weil ich in der Landwirtschaft gearbeitet habe, wer das kennt, weiß was das heißt. Politisch hat sich nichts geändert, das Feindbild hat sich verändert, heißt, aus Freunden wurden Feinde, staatlich verordnet. Die Obrigkeit und alle die sich dafür halten bereichern sich auf Kosten des einfachen Volkes, was auch schon zu DDR Zeiten so war und es eigentlich niemand so recht wußte ausser die Bürgerrechtler, die zu DDR Zeiten niemand kannte und die immer noch heut zu Tage wie Pilze aus dem Boden schießen. Von mir aus die Mauer wieder hoch, doppelt so hoch!

- zu aller erst berechenbare Politik - - und Sozialpolitik - Menschen mit gesünderem Charakter und Verstand - die Pflicht zur Arbeit, die Verteidigungsfähigkeit / - bereitschaft unseren Landes incl der Sicherung unserer Grenzen und Territoriums - einen sehr gut vernetzten Sicherheitsapparat nach innen und außen - konsequente Verfolgung von Straftaten und Tätern - keine weichgespülte Rechtssprechung Justiz - - und eine elektronisch /elektrisch gesicherte Mauer würde reichen, Posten mit Handfeger und Schaufel - - endlich wieder Atomkraftwerke für günstigen Strom, - - das bespitzeln müsste umgestellt werden auf el. Vollüberwachung Leitsysteme Servicessysteme da sicherer - fehlt ja nur noch ein Schritt dahin, .... strateigsche Partnerschaften mit Russland China Indien...

Als gäbs iwas nicht zu vermissen. Arbeit, Wohnung und Status, wurd ja alles vom Staat gesponsort, so man denn nicht anderer Meinung war. Im zweifel wurd man halt interniert, gefoltert und getötet, der gloreiche Staat stand ja über allem. Teufel sind wir dumm gewesen, SIND wir dumm uns einem Konstrukt zu unterwerfen ob sozialistisch oder kapitalistisch. Die Schafe, die Masse/wir Alle, sehnt sich doch nach einem starken Staat einem Führer, welcher uns sagt wos hingeht, wen wir erniedgrigen müssen, damits uns gut geht....wir sind sone traurige Gesellschaft..