Unsere Themenseiten

:

Gericht sieht keine Rechte verletzt

Das Gericht hat entschieden: Udo Lindenbergs hat sich für sein Musical nicht am geistigen Eigentum eines anderen bedient.
Das Gericht hat entschieden: Udo Lindenberg hat sich für sein Musical nicht am geistigen Eigentum eines anderen bedient.
Jan Woitas

Das Spektakel auf der Bühne im Theater am Potsdamer Platz in Berlin rührt viele Besucher an. Ein Autor meint, in das Bühnenspektakel mit Musik von Panikrocker Lindenberg seien Ideen von ihm unberechtigt eingeflossen.

Im Streit um das Musical "Hinterm Horizont" mit Songs von Udo Lindenberg sieht das Berliner Kammergericht keine Verletzung von Urheberrechten. Am Montag wurde in mündlicher Verhandlung angekündigt, dass die Klage eines Berliner Autoren abgewiesen wird. Dieser will erreichen, als Miturheber des erfolgreichen Stücks genannt zu werden.

"Die Berufung wird erfolglos bleiben", sagte Richter Rudolf Landwehrmeyer nach einer Vorberatung der Richter. Ob und wann am selben Tag das Urteil folgt, blieb zunächst offen. Die Klage war bereits 2013 in erster Instanz gescheitert.

Der klagende Autor meint, dass Ideen von ihm in das Bühnenstück eingeflossen sind. Er hatte ein Libretto an Lindenberg geschickt. Das Stück beruht aber auf einem späteren Text von Thomas Brussig ("Sonnenallee"). Die Show läuft in Berlin seit Anfang 2011 im Theater am Potsdamer Platz und hat ein Millionenpublikum erreicht.

Keine eigene geistige Schöpfung des Klagenden

Richter Landwehrmeyer sagte, er sehe "keine eigene Zutat" und keine eigene geistige Schöpfung des klagenden Autors. Alle wesentlichen Punkte seien bereits in der Lindenberg-Autobiografie enthalten.

Anwalt Horst Hummel sagte für Brussig, dieser habe bis zu den Plagiatsvorwürfen am Vorabend der Premiere nichts von dem anderen Libretto gewusst. "Nicht ein Wort, nicht ein Schnipsel einer Idee" habe Brussig daraus übernommen. Der Anwalt des Klägers, Jan Bernd Nordemann, betonte, sein Mandant habe neue Elemente geliefert, die geschützt werden müssten.

Erzählt wird eine Liebesgeschichte im geteilten Deutschland - zwischen dem "Mädchen aus Ostberlin" - angelehnt an Lindenbergs Lied aus den 70er Jahren - und dem jungen West-Rocksänger Udo aus Hamburg.