KUNSTAUKTION AHRENSHOOP

Großes Geld für kleine Zeichnungen von Feininger

Zwei Zeichnungen von Lyonel Feininger waren unter den 170 Bildern, die bei der Kunstauktion Ahrenshoop angeboten wurden. Die beiden Blätter überboten das Stargebot sehr, sehr deutlich.
Frank Wilhelm Frank Wilhelm
Die Zeichnung „Dorfstraße auf Usedom“ ist mehr als 100 Jahre alt. Sie wechselte den Besitzer für einen stolzen Preis.
Die Zeichnung „Dorfstraße auf Usedom“ ist mehr als 100 Jahre alt. Sie wechselte den Besitzer für einen stolzen Preis. Robert Dämmig
Ahrenshoop.

Als die erste Zeichnung von Lyonel Feininger (1871-1956) bei der 45. Kunstauktion in Ahrenshoop am Samstagabend aufgerufen wurde, entwickelte sich schnell eine Bieterschlacht. Die kleine Zeichnung, die die Dorfstraße von Neppermin auf Usedom zeigt, misst gerade mal 21 mal 24 Zentimeter. Der berühmte Künstler skizzierte das Motiv mit dem Bleistift bei einer seiner Reisen auf die Insel – am 16. September 1910, wie die Datierung auf dem Blatt zeigt, die für Sammler wichtig ist. Das Startgebot von 4400 Euro war in wenigen Sekunden schon weit überschritten. Ein Bieter am Telefon und ein Interessent im Saal wollten die Zeichnung unbedingt haben. Letztlich erteilte Auktionator Robert Dämmig den Zuschlag bei 25600 Euro.

Auch eine zweite, unmittelbar danach aufgerufene Feininger-Zeichnung ging durch die Decke. Angefangen beim Startangebot vom, das bei 4000 Euro lag bis zum Zuschlag bei 22000 Euro. Wer so viel Geld für so kleine Zeichnungen auf den Tisch blättern kann, bleibt geheim. Angaben über Käufer dürfe er nicht machen, stelle Dämmig klar. Nur so viel: Die beiden Zeichnungen gingen an zwei verschiedene Sammler.

Die beiden Feininger-Zeichnungen erzielten mit Abstand die höchsten Zuschläge bei der Auktion. Dämmig zeigte sich aber auch insgesamt zufrieden. „Gleich von Beginn an lieferten sich die Bieter im Saal heftige Gefechte. Zahlreiche schriftliche Vorgebote und Bieter am Telefon konkurrierten mit“, sagte er gestern. 162 und damit fast alle Arbeiten wechselten den Besitzer, was einer Zuschlagquote von 93 Prozent entspreche. Insgesamt wurde Kunst im Wert von rund 500.000 Euro umgesetzt.

Auch die beiden Gemälde des bekannten Malers Rudolf Bartels, die mit den höchsten Startgeboten von 12.000 beziehungsweise 9000 Euro eingestiegen waren, wurden an den Mann beziehungsweise die Frau gebracht. Das „Birkenwäldchen an der Beeke“ erzielte 15.000 und „Schwaan im Winter“ 11.000 Euro. Auch die beiden nummerierten Plakate vorheriger Kunstauktionen, geschöpft von Bernd Heisig und Wolfgang Mattheuer, wechselten den Besitzer. Mattheuers Holzschnitt „Paar im Boot“, gestartet mit 450 Euro erzielte stolze 1300 Euro.

Stadt. Land. Klassik! - Konzert in Ahrenshoop

zur Homepage