Szene aus dem Fernsehfilm „Schicksalsspiel” von 1993
Szene aus dem Fernsehfilm „Schicksalsspiel” von 1993 ARD
Fernsehfilm

Hansa, Pauli und ihr „Schicksalsspiel”

1993 war ein Fußball-Spiel von Hansa Rostock gegen St. Pauli eskaliert, Hooligans prügelten aufeinander ein. Ein Fernsehfilm hatte die Ereignisse später verarbeitet.
Rostock

Hansa Rostock spielt wieder in der zweiten Bundesliga, daraus ergeben sich auch brisante Begegnungen wie diese am kommenden Sonnabend. Dann empfangen 24.770 Fans im ausverkauften Ostseestadion (20.30 Uhr) den FC St. Pauli aus Hamburg. Die Polizei kündigte an, rivalisierende Fangruppen trennen zu wollen. Beim Hinspiel im Oktober hatte Hansa eine Klatsche kassiert.

Hansa gegen Pauli – diese Partien galten schon immer als Risikospiele, seitdem bei einer Begegnung im Jahr 1993 unter den Fans Gewalt ausbrach. Damals trafen im Ostseestadion die eher linken Anhänger aus Sankt Pauli auf rechtsradikale Hooligans unter den Hansa-Fans.

Gängige Vorurteile der alten Bundesländer

Im Fernsehfilm “Schicksalsspiel” wurde dieses Ereignis wenig später verarbeitet. Die “Berliner Zeitung” schrieb damals: “[Regisseur] Bernd Schadewald erzählte anhand der gängigen Vorurteile, die Jugendliche aus den alten und neuen Bundesländern voneinander haben, eine Liebesgeschichte, die zufällig, hastig und sehr unbedacht ihren Anfang nimmt und frei nach Shakespeare zu einem jähen Ende kommt.” Sehenswert ist der Film auch wegen seiner Schauplätze, die das heruntergekommene Rostock kurz nach der Wende zeigen. Zudem grüßen die Schauspieler Jürgen Vogel und Benno Führmann in ihren Rollen als junge Hansa-Hools.

Unterbrochen ist der Film von einigen Interviews mit echten Pauli-Fans, die über ihre Liebe zum Fußball und diese schicksalhafte Begegnung sprechen. Einige hatten sich damals sogar geschworen, nie wieder zu einem Spiel “in die Zone” reisen zu wollen.

Ob es dabei geblieben ist? Zumindest zwei Jahre später waren wieder viele Hamburger in Rostock, als es bei einem Spiel gekracht hatte. Hier ist ein N3-Bericht zum damaligen “Rauchbombenspiel”.

Schicksalsspiel, Regie: Bernd Schadewald, 1993, 83 Minuten

Dieser Text war zuerst im Heimweh-Newsletter des Nordkurier erschienen, der sich an Fortgezogene aus dem Nordosten richtet. Hier lässt sich der Newsletter kostenlos abonnieren.

zur Homepage