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„Happy Birthday“ gehört nun uns allen

Happy Birthday to You, Happy Birthday to You, Happy Birthday lieber Leser, Happy Birthday to You!
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javier brosch - Fotolia

Es ist das wohl berühmteste Geburtstagslied der Welt, aber wem gehören die Rechte? Niemandem, das Lied ist Allgemeingut. Dies hat jetzt ein Richter in Kalifornien besiegelt.  

Es war ein ungewöhnlicher Auftritt vor dem Bundesgericht in der Innenstadt von Los Angeles: Mit Gitarre, bunten Luftballons und einem „Happy Birthday“-Ständchen feierten knapp ein Dutzend Anwälte und Kläger laut singend vor dem Gebäude ihren Sieg in einem jahrelangen Gerichtsstreit. Schließlich ging es um eines der bekanntesten Lieder der Welt und um sehr viel Geld.

Das „Happy Birthday“-Lied ist nun rechtefrei und damit Allgemeingut. Ein Richter in Los Angeles segnete am Montag eine vor Monaten ausgehandelte Einigung zwischen dem Musikgiganten Warner und den Klägern ab. „Es ist nun offiziell! Singt laut, singt mit Stolz, und singt zum Nulltarif, denn nun kann keiner mehr Lizenzgebühren verlangen“, hieß es in einer Mitteilung der Anwaltskanzlei Donahue Fitzgerald.

Firma verdiente knapp zwei Millionen Dollar

Dies sei ein „großer Sieg“ für die Öffentlichkeit und für Künstler, die das Lied in ihren Werken verwenden wollten, jubelte der Klägeranwalt Daniel Schacht. Er gehört zum Team der US-Sängerin Rupa Marya, die zusammen mit einer Dokumentarfilmerin und anderen Künstlern gegen den Musikkonzern Warner mit einer Sammelklage vor Gericht gezogen war.

Seit Jahrzehnten beanspruchten Musikverlage die Rechte an dem Song. Bei der Geburtstagsfeier zu Hause darf das Lied jeder kostenlos singen, aber bei einer kommerziellen Nutzung, etwa in Filmen, Videos, Alben oder auf elektronischen Grußkarten, floss bei Warner Chappell Music Geld in die Kassen. Schätzungen zufolge soll das Unternehmen rund zwei Millionen Dollar, das sind etwa 1,8 Millionen Euro, an Lizenzgebühren pro Jahr verdient haben.