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Neu im Kino

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Hin und Weg

Auf ungewöhnlicher Reise: Mareike (Victoria Mayer, l-r), Dominik (Johannes Allmayer), Kiki (Julia Koschitz), Hannes (Florian David Fitz), Michael (Jürgen Vogel), Sabine (Miriam Stein) und Finn (Volker Bruch).
Mathias Bothor / Majestic

Autor und Regisseur Christian Zübert gilt nach Filmen wie „Lammbock“ und „Dreiviertelmond“ als einer der interessantesten einheimischen Filmschaffenden. Ein Ruf, den er mit seinem neuen Werk weiter ausbauen kann.

Und plötzlich begannen alle möglichen und unmöglichen Prominenten aus Film, Musik, Wirtschaft und Politik damit, sich Eiswasserkübel übers Haupt zu schütten. Die Sache wuchs sich zum internationalen Spektakel aus und wurde auch von zahlreichen Möchtegerns dazu benutzt, ein wenig Aufmerksamkeit zu generieren. Der eigentliche Zweck des Ganzen, nämlich das Sammeln von Spendengeldern zur Erforschung der Nervenkrankheit ALS, wurde dabei zeitweise in den Hintergrund gedrängt. Die Amyotrophe Lateralsklerose ist eine zerstörerische Erkrankung des motorischen Nervensystems und bricht vorzugsweise nach dem 50-sten Lebensjahr aus. Aber nicht in diesem Film.

Hannes (Florian David Fitz) ist Mitte dreißig. Sein Vater ist an ALS gestorben. Nun wurde die tödlich verlaufende Krankheit auch bei ihm diagnostiziert. Hannes´ Frau Kiki (Julia Koschitz) ist ebenso im Bilde wie seine Mutter (Hannelore Elsner). Die besten Freunde und Bruder Finn (Volker Bruch) ahnen weder etwas von Hannes´ Erkrankung noch von seinem Entschluss, in Belgien selbstbestimmt zu sterben. Sie wundern sich vielmehr, warum das Ziel des jährlichen Fahrrad-Urlaubs ein so vergleichsweise unspektakuläres ist. Aber gleich zu Beginn der Reise kommt deren wahrer Zweck doch ans Tageslicht. Die Freunde reagieren zunächst geschockt und hilflos. Aber Hannes will auf diese Weise noch einmal gegen den Verfall aufbegehren und schließlich im Kreise seiner Lieben sterben.

Der Tod des ehemaligen MDR-Intendanten Udo Reiter hat die Diskussion um das selbstbestimmte Sterben neu entfacht. Zahlreiche Münder wurden in diversen Talkshows zum wahrlich nicht einfachen Thema fusselig geredet, das Für und das Wider wurden immer wieder abgewogen. Drehbuchautor und Regisseur Christian Zübert („Dreiviertelmond“) ist mit seinem neuen Werk also gleich doppelt aktuell. Sein sensibler, aber immer wieder auch überraschend humorvoller Film avancierte bereits zum Festivalliebling. Nun kann sich jeder Kinozuschauer sein eigenes Urteil bilden.

Verleih: Majestic          
Bundesstart: 23. Oktober 2014 
Genre: Tragikomödie

Mehr Infos unter: www.hinundweg-film.de