REZENSION

Hochspannung auf Doggerland

Musikerin Luna ist wieder da. Doch auf einer Party verschwindet sie. Ein neuer Fall für Kommissarin Karen Eiken Hornby, erzählt von Maria Adolfsson.
Buchcover von Maria Adolfsson " Fester Grund. Doggerland”
Buchcover von Maria Adolfsson " Fester Grund. Doggerland” Ulrike Schubel
Neubrandenburg ·

Zwischen Großbritannien und Dänemark ist Meer, viel Meer. Da muss man nur auf den Globus schauen oder im weltweiten Internet googeln, um sich eine Vorstellung von den Gegebenheiten zu verschaffen. Jetzt jedenfalls liegt da die Nordsee. Was sie verbirgt? Unter anderem Doggerland, vor 8000 Jahren versunken. Die schwedische Autorin Maria Adolfsson hat es allerdings wieder auferstehen lassen – als fiktive Insel. Und so bildet das Eiland den geografischen Mittelpunkt einer Krimi-Triologie. Den Part der Hauptheldin hat sie der Kommissarin Karen Eiken Hornby zugewiesen.

Der dritte Band unter dem Titel „Fester Grund. Doggerland“ ist gerade im Ullstein-Verlag erschienen und erzählt die Geschichte der Polizistin weiter. Wer Band 1 („Tiefer Fall“) und 2 („Fehltritt“) nicht kennt, wird es zunächst schwer haben, die Hintergründe zu erfassen, aber das legt sich angesichts des spannenden neuen Falls, auf den die Kommissarin trifft.

Es geht um die Musikerin Luna, eigentlich in Frankreich und Amerika unterwegs, die nun in ihre alte Heimat Doggerland zurückgekehrt ist und neue Aufnahmen für ein weiteres Album im Studio macht. Auch Karens Lebensgefährte Leo, ein Musiker, spielt da mit – und so sind beide auf einer Party, nach der Luna später spurlos verschwunden sein wird.

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Suche nach einem Vergewaltiger geht vor

Ein Wettlauf mit der Zeit beginnt. Karen, die befürchtet, Leo an die attraktive Luna verloren zu haben, soll sich auf Bitten der Bandkollegen auf die Suche machen – und vor allem die Presse raushalten. Kaum hat sie losgelegt, schon scheint sich die Sängerin angefunden zu haben, ihr Handy wurde geortet, angeblich taucht sie gern mal unter, heißt es.

War es das, ist jetzt Sommerruhe auf Doggerland? Nicht ganz, denn nun verdrängt ein anderer Fall Lunas Verschwinden. Ein Serien-Täter, ein Vergewaltiger, hat wieder eine Frau angegriffen. Die Kommissarin macht sich auf, um ihm auf die Spur zu kommen. Und entdeckt dabei Zusammenhänge, die anderen entgangen sind. Immer tiefer taucht sie in den Fall ein, schaut auf Details – und vergisst dabei auch Luna nicht.

Außergewöhnliche Erzählerin

Langsam, ganz langsam gelingt es der Autorin, die Leser einzufangen, den Spannungsbogen aufzubauen, mit Karen Eiken Hornby zu suchen, zu bangen, zu hoffen. Eine außergewöhnliche Erzählerin aus der Reihe skandinavischer Krimi-Autoren – sie beeindruckt durch ihren abstrakten Stil, ohne Schnörkel, sehr puristisch, mit etlichen Cliffhangern am Kapitel-Ende. Weiterlesen wird zum Muss.

Maria Adolfsson hat laut Verlag als Pressesprecherin gearbeitet, bevor sie ihre Romane zu schreiben begann. Sie ist gebürtige Schwedin, das Licht der Welt hat sie nach Angaben verschiedener Internetseiten 1958 in Stockholm erblickt. Übersetzt wurde der dritte Doggerland-Band von Stefanie Werner.

 

Maria Adolfsson: Fester Grund. Doggerland. Ullstein Buchverlage GmbH, Berlin 2021, 398 Seiten,16,99 Euro.

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