Buchcover von Anne Glenconner „Lady BLake und das Grab im Meer”
Buchcover von Anne Glenconner „Lady BLake und das Grab im Meer” Ulrike Schubel
Kriminalroman

Hofdame mit Spürnase löst Mordfall in der Karibik

Sie war Hofdame und lebt nun gemütlich auf Mustique. Doch damit ist es schnell vorbei in „Lady Blake und das Grab im Meer” von Anne Glenconner.
Neubrandenburg

Wer es nicht so mit der royalen Welt hat, braucht ein bisschen Eingewöhnung. Dass Prinzessin Margaret (1930 bis 2002) die Schwester der jetzigen englischen Königin Elisabeth II. war, muss man nun mal nicht unbedingt wissen, aber wer diesen Krimi liest, wird auch von ihr hören. Die adlige Dame war oft genug auf der schönen Insel Mustique mitten in der Karibik und hat dort das schöne Leben genossen. Genau auf diesem paradiesisch anmutenden Eiland siedelt Anne Glenconner ihre Geschichte mit dem verheißungsvollen Titel „Lady Blake und das Grab im Meer” an. Zugegeben, die Prinzessin spielt keinen aktiven Part in dieser Geschichte, sie hat gerade das Zeitliche gesegnet. Dafür ihre Hofdame, eben jene titelgebende Lady Veronica Blake, die wie die Prinzessin eine Villa auf der vom Rest der Welt abgeschotteten Insel hat. Und sich zu Beginn der Geschichte liebevoll an sie erinnert: „Die Prinzessin verschenkte gern Dinge mit praktischem Nutzen und wählte jedes einzelne Stück mit großer Sorgfalt aus”, heißt es da, während sie in einer Kiste mit Erinnerungstücken kramt.

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Ehrensache für die Dame zu ermitteln

Andere reiche Familien haben übrigens die Insel mit Palmenstrand im azurblauen Meer auch für sich entdeckt. Und nun ist eine junge Erbin verschwunden, etwas später deren Freund. Da ist die Spürnase von Lady Blake gefragt, die eine Party für ihre Patentochter Lily auszurichten hat. Aber weil die Vermissten deren Freunde sind, ist es Ehrensache für die Dame, die Ermittlungen des Inselpolizisten Salomon Nile zu unterstützen. Der tappt zunächst im Dunkeln, sucht verzweifelt eine Spur und hat seinen Kopf gar nicht frei dafür, weil eigene Vergangenheit, Bruder und Vater ihm das Leben schwer machen.

Schließlich rauscht auch noch ein Tropensturm heran – die Insel, gerade wenig paradiesisch angesichts des Wetters, ist für niemanden mehr erreichbar. Nile und die Lady sind jetzt auf sich allein gestellt. Je schlimmer es der Zyklon auf Mustique treibt, desto bedrohlicher wird natürlich auch die Geschichte. Selbst der Ermittler und die ehrenamtliche Detektivin müssen um ihr Leben fürchten, bis es ihnen schließlich gelingt, Licht ins Dunkel zu bringen. Autorin Anne Glenconner hat die Wahl ihres außergewöhnlichen Schauplatzes nicht nur mit einem beeindruckenden Figuren-Ensemble garniert, sondern auch Natur- und Umweltschutz eingewoben. Raffiniert die Komposition: Kapitel, in denen Lady Blake die Ereignisse als Ich-Erzählerin reflektiert, wechseln sich ab mit jenen, in denen ein Erzähler Detective Sergeant Nile und die anderen Inselbewohner begleitet.

Autorin war tatsächlich Hofdame

Die Autorin, die Engländerin Lady Anne Glenconner, kennt sich in dem Milieu der in ihrem Erstlingswerk beschriebenen Lady Blake gut aus, ist sie doch selbst eine Adlige, laut Verlag die älteste Tochter des 5. Earl of Leicester, geboren 1932. Sie lebte zweitweilig mit ihrem Mann auf Mustique, war tatsächlich Hofdame der Prinzessin Margaret und hat damit sehr wohl das Hintergrundwissen, was die Schwester der jetzigen Königin und die Insel Mustique betrifft.

Anne Glenconner: Lady Blake und das Grab am Meer, Rowohlt Taschenbuch Verlag, Hamburg, 2022, 382 Seiten, 12 Euro.

 

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