Annalena Gottknecht (Odine Johne) und Maik Briegand (Mišel Matičević) in einer Szene des Regionalkrimis „Lauchhammer &nd
Annalena Gottknecht (Odine Johne) und Maik Briegand (Mišel Matičević) in einer Szene des Regionalkrimis „Lauchhammer – Tod in der Lausitz” in der Folge „Tückische Erde”. Der Film läuft an diesem Mittwoch im Ersten. Anke Neugebauer/MDR/Moovie/ARD/dpa
Neue Serie „Lauchhammer“

In der ARD wird vor Lausitzer Mondlandschaft gemordet

In der neuen Krimi-Serie „Lauchhammer“ geht es nicht nur um Mord. Es geht auch um eine Landschaft im Osten, in der die Zeit sichtbare und unsichtbare Narben hinterlassen hat.
dpa
Berlin

Riesige Krater und Wüste so weit das Auge reicht. Am Rande der Mondlandschaft des ostdeutschen Braunkohlereviers beginnt die neue ARD-Krimiserie „Lauchhammer – Tod in der Lausitz“ (Mittwoch, 20.15 Uhr, Das Erste). Hier finden Tagebau-Touristen am Ufer eines künstlichen Sees die Leiche der 17-jährigen Ramona. Die Augen mit Kieselsteinen verdeckt, das Gesicht schon von Krähen zerschunden.

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Der Cottbuser LKA-Ermittler Maik Briegand (Mišel Matičević, „The Billion Dollar Code“) kehrt an den Ort seiner Jugend zurück, knapp 150 Kilometer südlich von Berlin. Mit seiner neuen Kollegin Annalena Gottknecht (Odine Johne, „Tatort: Finsternis“) versucht Briegand, Licht in das Verbrechen zu bringen. Dass er an einer seiner Hände eine Bandage trägt, scheint zum komplizierten Puzzle zu gehören, das es für das TV-Publikum zusammenzusetzen gilt. Immer neue zwielichtige Gestalten tauchen auf. Man kann sagen: Dieser Sechsteiler spielt in einer Liga mit hochwertigen Dänenkrimis und deutschen Netflix-Serien.

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Der Mitteldeutsche Rundfunk, der den Krimi koproduziert hat, sucht laut MDR-Redakteur Sven Döbler „immer Stoffe, die die Gegenwart und die Herkunft der Menschen unseres mitteldeutschen Sendegebiets ergreifend darstellen“. Die beiden TV-Ermittler träfen auf „Menschen mit mehrfach gebrochenen Biografien – ihre Verletzungen wurden den Figuren durch das politische System der DDR, in der Krise des Umbruchs nach 1989 und nun wieder durch die schnellen Schritte des Strukturwandels, der das endgültige Ende des Kohleabbaus bedeutet, zugefügt. Die Narben, die all das in den Seelen hinterlassen hat, zeigen sich auch im Gesicht der durch den Braunkohleabbau auf einzigartige Weise zerstörten Landschaft dieser Region.“

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Produzentin Heike Voßler spricht von einem „Western mitten in der Lausitz“. Zum Look trägt die Kameraführung von Felix Novo di Oliveira stark bei.

Die Kleinstadt ist geprägt vom Braunkohletagebau und sucht den Aufbruch in eine Zukunft ohne Kohle. Doch so einfach ist das nicht. Ein Riss geht durch die Gesellschaft, sogar mitten durch Briegands Familie. Auf der einen Seite stehen seine Schwiegereltern, die noch als Bergleute gearbeitet haben, auf der anderen Seite Briegands 17-jährige Tochter Jackie, die sich gegen den Kohleabbau engagiert.

Annalena Gottknecht und Maik Briegand geraten immer wieder aneinander. Sie spürt, dass die alten Verbindungen ihren Kollegen nicht unvoreingenommen ermitteln lassen. Und sie merkt, dass Briegand offenkundig Beweismittel unterschlägt. Die Ermittlungen führen die zwei in eine Vergangenheit, die bis in die Gegenwart Wirkung hat.

„Lauchhammer – Tod in der Lausitz“ ist am 28. September, 5. Oktober und 12. Oktober jeweils um 20.15 Uhr in Doppelfolgen im Ersten zu sehen. Dazu ist ab 28. September in der ARD Mediathek die vierteilige Doku „Hinter dem Abgrund – Leben in der Lausitz“ abrufbar.

 

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