PETER PIETZSCH

Innerhalb eines Monats gibt zweiter Hersfelder Intendant auf

Nach Ingo Waszerka wirft Peter Pietzsch das Handtuch.
Bad Hersfeld ·

Nicht einmal einen Monat nach dem Rückzug des Schweriner Schauspielintendanten Ingo Waszerka als Intendant der Bad Hersfelder Festspiele hat auch sein Nachfolger Peter Pietzsch das Handtuch geworfen. Wie Hersfelds Bürgermeister Hartmut Boehmer mitteilte, bat der Intendant des Theaters Hagen bereits am 20. November brieflich um die Auflösung seines ursprünglich bis 2003 gültigen Vertrages. Nur einen Tag zuvor waren Pietzsch und Boehmer zu einer ersten Besprechung in der Festspielstadt zusammengekommen. Trotz des Rückzugs werde die Saison 1999 wie geplant stattfinden, hieß es.

Die Festspiele haben seit längerer Zeit keine gute Presse. Der Staatsminister für Kultur, Michael Naumann, hatte das Festival die "Lachnummer des deutschen Feuilletons" genannt. Pietzsch begründete seinen Rückzug in dem von Boehmer auszugsweise veröffentlichten Schreiben mit eben diesem Treffen, bei dem er seinen Vertrag unterzeichnet hatte. "Ich sehe mich außerstande, die Intendanzgeschäfte der Bad Hersfelder Festspiele in der von Ihnen gewünschten Form zu führen und bitte Sie, meinen Vertrag zu annullieren", schrieb Pietzsch an den Bürgermeister.

Pietzsch warf dem Bürgermeister vor, die Tätigkeiten des Verwaltungschefs von denen des Spielleiters nicht ausreichend abzugrenzen. Boehmer wies die Behauptungen als aus der Luft gegriffen und völlig abwegig zurück. Ihm fehle jedes Verständnis für die "unglaubliche und die Stadt brüskierende Entscheidung". Für die 48. Festspiele 1999 seien bereits rund 77 000 Karten verkauft, das Musical "Evita" sei ausverkauft.

Stadt. Land. Klassik! - Konzert in Bad Hersfeld

zur Homepage