KONZERTKIRCHE

Iveta Apkalna auf der Neubrandenburger Orgel gibt’s jetzt auf CD

Die lettische Organistin interpretiert auf ihrer neuen CD „Tryptchon” Werke von Bach, Liszt und Vasks. Eingespielt wurden die Stücke in einem außergewöhnlichen Neubrandenburger „Tonstudio”.
Iveta Apkalna hat drei CDs in Neubrandenburg eingespielt.
Iveta Apkalna hat drei CDs in Neubrandenburg eingespielt. Geert Maciejewski
Iveta Apkalna: Triptychon (3 CD) mit Werken von Peteris Vasks, Johann Sebastian Bach und Franz Liszt. Berlin Classics, 2021. 24,99 Euro
Iveta Apkalna: Triptychon (3 CD) mit Werken von Peteris Vasks, Johann Sebastian Bach und Franz Liszt. Berlin Classics, 2021. 24,99 Euro Berlin Classics
Iveta Apkalna liebt den Klang der Neubrandenburger Orgel.
Iveta Apkalna liebt den Klang der Neubrandenburger Orgel. Geert Maciejewski
Am 30. Mai 2017 spielte Iveta Apkalna erstmals auf der Orgel in der Konzertkirche.
Am 30. Mai 2017 spielte Iveta Apkalna erstmals auf der Orgel in der Konzertkirche. Bernd Wüstneck
Neubrandenburg ·

Eine Warnung sei vorweg geschickt: Wer Iveta Apkalnas neue Dreier-CD „Triptychon” im Auto hört sollte aufpassen. So richtig laut aufgedreht, läuft der Fahrzeuglenker Gefahr, zu denken, in einem Konzertsaal zu sitzen. Plötzlich geht der Kontakt zur Straße verloren. Andere Verkehrsteilnehmer werden zur Nebensache, weil einen die Musik voll ergreift.

Das liegt natürlich einerseits an den Komponisten, deren Werke die lettische Starorganistin ausgewählt hat: Peteris Vasks (geb. 1946), Johann Sebastian Bach (1685-1750) und Franz Liszt (1811-1886). Andererseits ist es die Spielkunst Apkalnas, die die sehr facettenreichen und unterschiedlichen Stücke der verschieden Musikrichtungen repräsentierenden Komponisten mit scheinbarer Leichtigkeit interpretiert. Schließlich braucht es für eine meisterhafte Einspielung natürlich auch ein meisterliches Instrument und einen hervorragenden Konzertsaal – Vorzüge, die die Neubrandenburger Konzertkirche mit ihrer 2015 eingeweihten Orgel ohne Zweifel bietet.

Sound der Neubrandenburger Orgel geschätzt

Iveta Apkalna und die Orgel der Konzertkirche – das war von Anfang an ein besonders Verhältnis. Die lettische Star-Organistin begleitete die Planung und Bau der Orgel mit ihren ingesamt mehr als 2800 Pfeifen von Anfang an, nachdem sie der Neubrandenburger Unternehmer und Mäzen Günther Weber um ihre künstlerische Beratung gebeten hatte.

Bevor sie das Premieren-Konzert vor fünf Jahren zelebrierte, stimmte Iveta Apkalna die „Königin der Instrumente” auf einen der besten Konzertsäle Norddeutschlands ein und spielte seitdem mehrere, in der Regel ausverkaufte Konzerte solo oder in Begleitung. Die Organistin, die als Ehrentitel auch den der Titularorganistin der Hamburger Elbphilharmonie trägt, schätzt den „warmen, samtigen und runden” Klang der Neubrandenburger Orgel.

Auf Bachs Orgel-Hit wird verzichtet

„Durch den umfassenden Prozess und die intensive, freundschaftliche Zusammenarbeit mit den beiden Orgelbauern Philipp Klais und Martin Schwarz sowie dem Stifter Günther Weber ist diese Orgel wirklich zu einer persönlichen Liebesgeschichte geworden”, sagte sie. Wie erfüllt diese Liebe ist, beweist sie mit ihrer neuen CD. Mit ihrem Landsmann und Freund Peteris Vasks eröffnet sie vielen deutschen Klassik-Fans sicher einen neuen musikalischen Horizont, fristet die baltische Musik doch eher ein Randdasein in hiesigen Konzertsälen.

An Bach wiederum kommt man schwer vorbei, wenn es um Orgelmusik geht. Iveta Apkalna verzichtet aber auf Bachs „Orgel-Hit”, die Toccata d-Moll, sondern wählte dafür unter anderem seine Toccata, Adagio und Fuge in C-Dur aus, ein gleichermaßen monumentales Stück. Zum Finale präsentiert sie Franz Liszt, dessen wenige Orgelkompositionen angesichts seiner berühmten Klavier-Werke etwas ins Hintertreffen geraten sind. Dass Liszt nicht hinter Bach verstecken muss, beweisen seine Fantasie und Fuge über den Choral „Ad nos, ad salutarem undam”. Das ist einfach göttliche Musik. Iveta Apkalna schafft es, die Orgel bei diesem hmynischen Klängen wie ein großes Orchester erklingen zu lassen.

 

Iveta Apkalna: Triptychon (3 CD) mit Werken von Peteris Vasks, Johann Sebastian Bach und Franz Liszt. Berlin Classics, 2021. 24,99 Euro

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